Polen will mit Beharrlichkeit bis in die Weltspitze vorstoßen

Von: Günter Kirschbaum
Letzte Aktualisierung:
polen17_fo
Die Latte liegt hoch, nicht nur in der Soers: Polens Equipechef Rüdiger Wassibauer (2.v.r.) ist mit der Leistung seiner Reiter zufrieden. Foto: Thomas Rubel

Aachen. Das Fazit fiel zu gleichen Teilen nüchtern und zufrieden aus. „Sie gewöhnen sich an große Namen”, stellte Rüdiger Wassibauer fest. Dabei strahlten seine Augen. Der gebürtige Salzburger, der seit drei Jahren als Trainer der polnischen Springreiter fungiert, war durchaus einverstanden mit dem, was seine Equipe den Zuschauern im Reitstadion bisher geboten hat.

Und im Nationenpreis gab es sogar eine kleine Steigerung. Andrzej Lemanski, Krzysztof Ludwiczak, Antoni Tomaszewski und Jaroslaw Skrzyczynski schieden zwar wie immer in dieser Saison nach der ersten Runde aus, aber nicht als Letzte. Platz neun für Polen, immerhin vor den Spaniern.

„Leistungen in Ordnung”

„Die Leistungen waren in Ordnung, die Resultate nicht”, analysierte Wassibauer, was er an einem für seine Equipe denkwürdigen Abend gesehen hatte. Auch wenn der Abstieg aus der Ersten Liga der Springreiter feststeht, sieht der 61-Jährige Polens Turniersport auf dem aufsteigenden Ast.

„Wir haben eine ganze Reihe von sehr guten Reitern, die auch international mithalten können”, betonte er. Nur die Qualität der Pferde reiche noch nicht aus, um dauerhaft ganz oben mitzuhalten. „Aber wir haben eine junge Mannschaft, mit guten Leuten, die ihre Pferde selbst ausgebildet haben.”

Wassibauer, der selbst zwischen 1972 bis 1976 in Aachen für die österreichischen Springreiter am Start war, empfindet es als „ehrenvolle Aufgabe”, Polen Schritt für Schritt nach oben führen zu dürfen. Mit seiner Lebenspartnerin Iwona betreibt er bei unseren östlichen Nachbarn eine Pferdezucht.

Wassibauer hat sich in Polen etabliert und versteht sich als Teil des nationalen Turniersports. „Natürlich kam der Aufstieg in die Super League für uns zu früh”, war er über den Aufstieg erstaunt. „Aber wir nutzen die Chance gerne, Erfahrungen zu sammeln. Mittelfristiges Ziel ist es, uns immer näher an die Spitze heranzuarbeiten.”

Und dass sich Aachen auf diesem Weg als ein Meilenstein erweisen könnte, ist für Rüdiger Wassibauer sicher. „Wie sich unsere Reiter hier präsentieren, ist gut für unser Image”, sagte er. Das nächste große Etappenziel für die lernwilligen Polen sind die Weltreiterspiele im Herbst in Kentucky. „Dort wollen wir auf jeden Fall ein gutes Bild abgeben”, formulierte er seine Vorgabe eher defensiv.

Und spätestens dann hofft der polnische Nationaltrainer aus Salzburg, dass sich „gute Freunde, Investoren und Sponsoren” finden, die Pferde zur Verfügung stellen, die auch in der Soers erfolgreicher mitspringen können.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert