Philipp Weishaupts Weg führt über Calgary nach Aachen

Von: Helga Raue
Letzte Aktualisierung:
14968448.jpg
Gewinner 1. Platz Philipp Weishaupt. Foto: imago/Roskaritzx/Eibner

Aachen. Der Weg nach Aachen führt von Riesenbeck über Calgary. Okay, das ist zwar ein Umweg von über 7000 Kilometern, doch Philipp Weishaupt musste ihn gehen, um überhaupt in Aachen zu landen. 2016 hatte der 31-Jährige aus Riesenbeck auf Convall den „Großen Preis von Aachen“ gewonnen.

Doch sein Top-Pferd war verletzt, und er selbst ließ sich den Blinddarm entfernen. Also musste Weishaupt erst einmal insgesamt fünf Wochen lang bei den vier Turnieren im berühmten Spruce Meadows starten, um Bundestrainer Otto Becker zu überzeugen, dass er wieder da ist.

Das gelang eindrucksvoll: Nach mehreren Top-Platzierungen beendete er seinen Kanada-Aufenthalt vergangenen Sonntag mit dem zweiten Platz auf Convall im Großen Preis des Fünf-Sterne-CSI, dem Queen-Elizabeth-II-Cup, den Kent Farrington (USA) gewann. Das Aachen-Ticket und die Teamnominierung gab es zur Belohnung obendrauf.

„Philipp hat sich eindrucksvoll ins Team geritten“, so Becker zufrieden. Der Bundestrainer nominierte zudem die erfahrenen Marcus Ehning und Marco Kutscher. Mit Maurice Tebbel (22) und Laura Klaphake (23) wurden zwei Newcomer berufen. „Wir haben einen Umbruch. Ludger Beerbaum hat nach Olympia-Bronze in Rio seine Nationalteam-Karriere beendet. Auch die Pferde Taloubet und Codex one (Christian Ahlmann) stehen nicht mehr dafür zur Verfügung. Fibonacci (Meredith-Michaels Beerbaum) ist verkauft worden, First Class (Daniel Deusser) verstorben“, zählt Becker auf.

Das ist die Chance für den talentierten Nachwuchs, der nach vorne drängt. René Tebbels Sohn Maurice (Emsbüren), im Nachwuchsbereich bereits mit EM-Gold dekoriert, ist in diesem Jahr bereits zwei Nationenpreise geritten, gehörte in Lummen/Belgien zum siegreichen Team. Laura Klaphake (Steinfeld) ist frisch gebackene Deutsche Meisterin der Frauen. Der Zusatz ist wichtig, denn mit Simone Blum (Zolling) ist eine andere Frau „Deutscher Meister“ bei den Männern geworden. Die 28-Jährige ist übrigens erstmals beim CHIO als Einzelreiterin am Start.

Mit 32,4 Jahren Altersdurchschnitt stellt Deutschland nach Belgien das jüngste Team im Parcours. „Wir haben momentan ein Übergangsjahr, geben jetzt dem Nachwuchs eine Chance, sich zu bewähren“, so Becker. Das auch mit Blick auf die EM in Göteborg. „Diese und andere Kandidaten stehen auf meiner Liste.“ Und die anderen Kandidaten sind ebenfalls in Aachen vor Ort, wie Holger Wulschner, Mario Stevens, Andre Thieme oder Christian Kukuk, die Deutschland in diesem Jahr schon in Nationenpreisen vertreten haben.

Da auf Beckers Liste also noch einige Fragezeichen stehen, wird es keine EM-Nominierung sofort nach dem CHIO geben. „In diesem Übergangsjahr benötigen wir die Zeit, um eine Entscheidung zu treffen. Diesmal gebe ich das EM-Team erst auf den letzten Drücker bekannt.“

Und natürlich ist auch er wieder in Aachen am Start: Ludger Beerbaum. Der 53-Jährige hat den „Großen Preis von Aachen“ bereits drei Mal gewonnen, das letzte Mal – im Jahr 2003 – liegt allerdings schon eine Weile zurück.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert