Pedro Veniss und die größte Herausforderung des Pferdesports

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Von Genf über Aachen nach Calgary: Pedro Veniss auf Quabri de l‘Isle. Foto: Rolex Grand Slam of Show Jumping/Kit Houghton
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Sieger im Großen Preis von Aachen 2016: Philipp Weishaupt auf Convall. Foto: imago/Eibner

Aachen. Wenn der CHIO Aachen die besten Reiter der Welt willkommen heißt, ist das nicht nur der Jahresauftakt des „Rolex Grand Slam of Show Jumping“, sondern zugleich ein weiterer Meilenstein in dieser wohl größten Herausforderung des Pferdesports.

Denn mit Beginn des neuen Grand-Slam-Zyklus stößt „The Dutch Masters“ in ‛s-Hertogenbosch als feste Jahresetappe hinzu, so dass fortan in jedem Quartal des Jahres ein Major stattfindet: Auf Aachen folgt das CSIO Spruce Meadows „Masters“ in Calgary (6. bis 10. September). Den Jahresabschluss bildet der CHI Genf (7. bis 10. Dezember), bevor der Wettbewerb vom 8. bis 11. März 2018 zum ersten Mal zu Gast in den Niederlanden sein wird.

Drei Majorsiege in Folge bedeuten den Grand-Slam-Triumph und eine Million Euro zusätzlich zum Preisgeld. Neu ist, dass ein Reiter im direkten Anschluss durch einen zusätzlichen Sieg im vierten Major seine Prämie auf zwei Millionen Euro verdoppeln kann. Aktueller Grand-Slam-Herausforderer ist Pedro Veniss. Der Brasilianer gewann den „Rolex Grand Prix“ des CHI Genf 2016 und reitet am Sonntag beim Großen Preis von Aachen um den zweiten Majorsieg in Folge.

Ihr Sieg in Genf ist nun ein halbes Jahr her. Wie ist es Ihnen und Quabri de l’Isle seitdem ergangen?

Veniss: Diesen Sieg werde ich ewig in Erinnerung behalten. Er war der wichtigste meiner bisherigen Karriere. Nach Genf hat Quabri erst einmal eine Sportpause bekommen und wurde zwei Monate nur zur Zucht eingesetzt. Danach haben wir an ein paar kleineren Turnieren teilgenommen und uns langsam wieder gesteigert. Versailles im Mai war unser erstes großes Fünf-Sterne-Turnier seit Genf.

Und dort haben Sie den „Rolex Grand Prix“ gewonnen.

Veniss: Ja, das war super! Quabri hat da schon gezeigt, dass er in guter Form ist. Aber um ihn so gut wie möglich auf Aachen vorzubereiten, habe ich den Juni mit ihm in Spruce Meadows verbracht und an der Sommer-Turnierserie teilgenommen. Die riesigen Rasenplätze in Aachen und Spruce Meadows sind sehr speziell, so etwas findet man sonst kaum auf der Welt. Philipp Weishaupt und Convall waren im vergangenen Sommer auch in Calgary – und haben daraufhin den Großen Preis in Aachen gewonnen. Jetzt hoffe ich, dass dieser Plan für mich genauso aufgeht.

Wie schätzen Sie Ihre Siegchancen ein?

Veniss: Mit Quabri habe ich einen großartigen Partner unter dem Sattel, der jeder Aufgabe gewachsen ist. Ein Pferd, mit dem man die ganz großen Prüfungen gewinnen kann. Ich habe großes Glück, ihn reiten zu dürfen, und traue ihm auf jeden Fall den Sieg in Aachen zu. Aber ich muss genauso gut sein an diesem Tag.

Es wird Ihr allererster Start in Aachen sein. Was, glauben Sie, wird Sie erwarten?

Veniss: Ich als Brasilianer sage es mal so: Aachen ist das Maracanã des Pferdesports! Als Kind war es immer mein Traum, einmal in Aachen zu reiten. Bei den Weltreiterspielen 2006, ich war gerade 23 Jahre alt, hatte ich schon einmal die Gelegenheit, aber da verletzte sich mein Pferd eine Woche vor dem Start. Von daher ist es jetzt umso mehr ein besonderes Gefühl, dass dieser Traum endlich in Erfüllung geht.

Wie stellen Sie sich den Moment vor, wenn Sie das erste Mal ins Aachener Hauptstadion einreiten?

Veniss: Das wird ein unvergessliches Erlebnis sein. Ich denke, in meinem Innern werden dann noch einmal all die Schritte in meiner Karriere an mir vorbeiziehen, die mich nach Aachen gebracht haben. Im Publikum wird meine Familie sein und mich anfeuern. Es wird sicher ein ganz, ganz besonderes Turnier für mich werden.

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