Weltfest des Pferdesports: Neue Kür zu „alter“ Musik

Von: Helga Raue
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Vertreten die Aachener Farben beim „Weltfest des Pferdesports“ im Dressurviereck: Nadine Capellmann und Girasol werden auch ihre neue Kür zeigen. Foto: sport/Pressefoto Baumann

Aachen. Kaum aus Hamburg zurück packte Nadine Capellmann schon wieder die Pferde ein, schwang sich wie immer selbst hinters Steuer und machte sich auf den Weg nach Wiesbaden, wo an diesem verlängerten Wochenende das traditionelle Pfingstturnier stattfindet.

Auf der Ladefläche mit dabei ihr Top-Pferd Girasol und Nachwuchshoffnung Dark Dynamic. Montagabend geht es zurück Richtung Aachen, doch schon am Freitag zieht Girasol wieder um. Mit der Fuchsstute wird Nadine Capellmann beim „Weltfest des Pferdesports“ im Grand Prix am Samstag sowie in der Kür am Sonntag antreten.

„Im Moment knubbelt es sich etwas. Wann hat es das zuletzt gegeben, dass ich drei Turniere hintereinander reite?“, sagt die Aachener Dressur-Olympiasiegerin lachend. In Hamburg war sie mit Dark Dynamic am Start. Erstmals, denn bisher zog sie das zeitgleiche Turnier in München vor.

„Hamburg hat mir sehr gut gefallen, ein schönes Turnier. Nur im Viereck lief es etwas durchwachsen.“ Während die Galopptour super war, klappte es im Trab plötzlich gar nicht mehr, und so fand sich die Aachenerin nur auf Platz 7 wieder. „Ich weiß nicht, was auf einmal los war mit ihm. Insgesamt bin ich mit seiner Entwicklung aber sehr zufrieden“, sagt Capellmann.

Die nächste Bewährungsprobe hat Dark Dynamic Samstag im Grand Prix. Ebenso wie Girasol, die in Hamburg pausierte und zuletzt Ende April in Hagen ging. In Wiesbaden will Nadine Capellmann sich mit ihr für den Spezial qualifizieren, in Aachen wird die elegante Stute in der Kür zu sehen sein.

Und zu der schönen Loungemusik tanzen. Wer jedoch genau hinschaut, wird feststellen, dass die Musik zwar die alte ist, die Choreographie aber eine völlig andere. „Ich habe den Schwierigkeitsgrad schwer erhöht, die Highlights folgen jetzt Schlag auf Schlag. Zwei Mal bin ich die Kür bisher geritten, und sie ist sehr gut angekommen.“

Während die Aachenerin ihr Top-Pferd in der Soers sattelt, kommen einige Kolleginnen mit den Zweitpferden, so die Team-Weltmeisterinnen Isabell Werth mit Don Johnson statt Bella Rose und Fabienne Lütkemeier mit Qui Vincit Dynamics statt D‘Agostino. Oder auch Jessica von Bredow-Werndl mit Zaire statt Unee BB. Dagegen treten Tinne Vilhelmson (Schweden) und Steffen Peters (USA) mit ihren Top-Pferden Don Aurelio bzw. Legolas an. 19 Paare sind für den Grand Prix gemeldet, darunter für Deutschland noch Benjamin Werndl, Sönke Rothenberger und Thomas Wagner.

Nach Aachen steht für Capellmann Mitte Juni die DM in Balve an. Die EM im August in Aachen ist kein Ziel. „Ich bin realistisch, andere Paare sind momentan einfach besser“, sagt Capellmann, „aber für die Zukunft könnte mit Dark Dynamic wieder etwas gehen.“

Von Russland geht es mit Zwischenstopp Kohlscheid in die Aachener Soers

Was wäre ein Reitturnier in der Aachener Soers ohne die Lokalmatadoren? Während Dressur-Olympiasiegerin Nadine Capellmann zur deutschen Dressur-Elite zählt und per se am Start ist, darf sich Thomas Weinberg auch in diesem Jahr über eine sogenannte Wildcard freuen.

„Ich habe mich absolut gefreut, dass Turnierdirektor Frank Kempermann mich wieder eingeladen hat“, sagt der 28-Jährige, der aus dem benachbarten Kohlscheid anreist. Aktuell ist der Springreiter aber selbst noch in Russland unterwegs, wo er in Konakowo, rund 120 Kilometer nordwestlich von Moskau, bei einem Turnier eine Schülerin betreut. Vergangene Woche ist Weinberg hier auf zur Verfügung gestellten Pferden noch selbst gestartet. Erst am Montag geht es zurück nach Hause.

Beim „Weltfest des Pferdesports“ sattelt er den siebenjährigen Crass Clausi, den er seit dem vergangenen Jahr unter dem Sattel hat. „Da haben wir noch Kilometerarbeit in kleinen Prüfungen gemacht, seit diesem Jahr bewältigt er schon größere Aufgaben erfolgreich“, erläutert Weinberg. So gewann er u. a. bei zwei Turnieren in Linz/Österreich jeweils das Finale für sechs- und siebenjährige Pferde.

„Aachen wird die bisher größte Herausforderung für Crass Clausi. Die Youngster-Prüfung ist hier für Sieben- und Achtjährige. Und ein solches Stadion wie Aachen hat er natürlich noch nie gesehen“, so der 28-Jährige. „Der Wallach hat unheimlich viel Sprungvermögen, ist dabei schnell und ein Hoffnungsträger für den großen Sport. Ich hoffe, dass wir uns nicht blamieren, aber ich bin recht optimistisch.“

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