Voltigieren zu Mozarts klängen

Von: rau
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Kristina Boe in Hochform. Foto: Rau

Aachen. Wenn Mozartklänge durch die Halle schweben und andächtige Stille herrscht, aber beim Verklingen der Musik frenetischer Jubel ausbricht – dann sind die Voltigierer wieder in Aachen. Wohl keine andere Disziplin im Pferdesport hat ein so junges Publikum, das den Protagonisten so begeistert Beifall zollt. Kein Wunder, dass die Albert-Vahle-Halle an diesem Samstag und Sonntag bei den Voltigierwettbewerben bereits restlos ausverkauft ist. Nur am Freitag, zum Auftakt des CHIO Aachen, haben kurzentschlossene Fans noch eine Chance.

Aachen ist stets die entscheidende Station vor dem Championat – diesmal die EM im österreichischen Ebreichsdorf, (30. Juli bis 4. August). „Aachen – das ist in diesem Jahr so etwas wie eine Vor-EM“, sagt Bundestrainerin Ursula Ramge. Die Top-Athleten wie Welt- und Europameisterin Joanne Eccles (Großbritannien) oder Weltmeister und Weltcup-Sieger Nicola Andreani (Frankreich) treffen auf die besten deutschen Voltigierer.

Sprung aufs Treppchen?

Heiße Anwärterin auf ein EM-Ticket ist Kristina Boe (Hamburg), Siegerin der nationalen Qualifikationen. „Es lief nicht optimal mit Don de la Mar, und wir wollten das Pferd schon wechseln. Dann wurde Don immer besser. Jetzt sind die beiden und ihre Longenführerin zusammengewachsen“, erwartet Ramge viel von der 25-Jährigen.

„Anfang des Jahres sind wir es langsam angegangen. Das Ziel lautet EM-Qualifikation“, will die Medizinstudentin es bei ihrem dritten Championat endlich aufs Treppchen schaffen. „Ich bin mir meines Programms sicher und war vom Kopf her noch nie so entschlossen.“

Ihre Pflicht und die Kür zur Musik aus Mozarts „Zauberflöte“ sind „gespickt mit Höchstschwierigkeiten, das sind zwei tolle Programme“, lobt Ramge.

Vize-Europameisterin Sarah Kay, Sportsoldatin in Warendorf und Dritte der WM, turnt auf Sir Bernhard, dem letzten Erfolgspferd des großen Kai Vorberg. An der Longe steht Nina Vorberg, Ehefrau von Kai und eigentlich Springreiterin. „Nina ist ein Naturtalent an der Longe. Das Trio wird von Woche zu Woche besser“, so Ramge. Regina Burgmayr (Kastenseeon), die mit der Gruppe Ingelsberg Weltmeisterin war, sowie die 20-jährige Corinna Knauf, die aus der Gruppe von Vorberg in Köln kommt, komplettieren das Frauen-Team.

Noch nicht in Top-Form ist Vize-Weltmeister Eric Oese (Dresden), da sein Pferd Colorado drei Monate verletzt ausfiel. „Er muss noch aufholen“, so Ramge. Thomas Brüsewitz, Vize-Europameister der Junioren, Zweiter im Weltcup hinter Andreani und Sieger der letzten Qualifikation, ist ihm mit einer sehr schwierigen Kür auf den Fersen.

„Etwas Zeit“ benötigt noch der Deutsche Meister Jannik Heiland (beide Garbsen), der sich auf ein neues Pferd einstellen muss. Nummer 4 im Bunde ist der Kölner Torben Jacobs, der mit Pia Engelberty den Pas de Deux bei der letzten EM gewann.

Das EM-Ticket sicher in der Tasche hat die Gruppe Neuss-Grimlinghausen, die in Aachen ebenso wie der VV Ingelsberg antritt.

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