Aachen - Thomas und Viktor Brüsewitz: Hop und top

Thomas und Viktor Brüsewitz: Hop und top

Von: rau
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Zeigt eine überragende Kür: Thomas Brüsewitz gewinnt die Einzelwertung beim CHIO und sichert sich ein WM-Ticket. Foto: Thomas Rubel

Aachen. Die Brüder schauten beide etwas sparsam – wobei der Blick bei Viktor Brüsewitz verständlich war. Knapp hatte der 26-jährige Voltigierer aus Garbsen das Ticket für den CHIO Aachen verpasst – und damit auch die Chance, sich angesichts der starken Konkurrenz im eigenen Lager noch für die Weltmeisterschaft Mitte August in Le Mans zu qualifizieren.

Sein zwei Jahre jüngerer Bruder Thomas war viel zu überrascht, als dass sich schon ein – der Situation durchaus angemessenes – Strahlen auf seinem Gesicht ausgebreitet hätte. „Ich hätte niemals damit gerechnet, dass ich in Aachen gewinne, und schon gar nicht, dass ich ein WM-Ticket löse“, war Thomas Brüsewitz nach seinem Sieg in der Einzelwertung der Voltigierer beim CHIO Aachen eher sprachlos.

Brüsewitz bei den Männern, Kristina Boe (Hamburg) bei den Frauen, der VV Köln-Dünnwald I bei den Gruppen sowie Stefan Csandl/Theresa Thiel (Österreich)im Pas de Deux hießen die großen Sieger in der warmen Albert-Vahle-Halle, die mit ihren akrobatischen Darbietungen ein ziemlich junges Publikum zu lautstarken Jubelstürmen hinrissen.

Der Nationenpreis, sonst die Stärke des Gastgeber-Landes, endete indes mit einer Überraschung: Die Franzosen siegten vor dem Team Deutschland II (mit der Gruppe Köln-Dünnwald II sowie den Einzelvoltigierern Boe und Daniel Kaiser) und Österreich. Erst auf Platz 4 folgte der vermeintliche Favorit Deutschland I (mit Köln-Dünnwald I, Corinna Knauf und Thomas Brüsewitz). „So ist der Sport, und es ist vielleicht gut zu sehen, dass unsere Erfolge keine Selbstläufer sind. Da wird man bei Siegen dankbarer“, sagte Bundestrainerin Ulla Ramge.

Pferd ist irritiert

Es war ausgerechnet der im Einzel so starke Thomas Brüsewitz, der im Nationenpreis patzte. „Sein Aufsprung ist nicht ganz gelungen, und das junge Pferd hat irritiert reagiert, ein paar schnellere Galoppsprünge eingelegt, wodurch Thomas wieder kleine Fehler unterliefen“, sah Ramge am Rande des Voltigierzirkels, wie Brüsewitz nur 6,887 Punkte für das deutsche Team erturnte. 8,681 waren es in der Einzelkür gewesen. „Ich trainiere erst seit Ende des vergangenen Jahres mit Bigstar“, versucht Thomas Brüsewitz seine Überraschung über den Einzelsieg und das WM-Ticket zu erklären.

„Im Einzel war ich sehr zufrieden, im Nationenpreis natürlich nicht“, analysierte Thomas Brüsewitz selbstkritisch. In der Einzelwertung hatte er sich noch mit einer tollen Kür am Österreicher Stefan Csandl vorbeigeschoben. Das WM-Ticket war der Lohn. „Ich hatte mir in dieser Saison gar nichts ausgerechnet, wollte das Pferd erst einmal aufbauen.“ Und sein Ziel für Le Mans? Thomas Brüsewitz überlegt nur kurz und sagt dann cool: „Als Deutscher muss man immer das Ziel haben, eine Medaille zu holen.“

Bruder Viktor war ebenfalls in Aachen als Aktiver dabei – als Mitglied im Team Köln-Dünnwald II. „Ich habe ausgeholfen, da ein Voltigierer fehlte“, durfte der 26-Jährige sich über Platz 2 im Nationenpreis und Platz 5 in der Gruppenwertung freuen.

„Es war sehr schön, mit der Mannschaft zu starten, auch wenn ich im Einzel mein Saisonziel, die WM, leider verpasst habe“, so Viktor Brüsewitz. Erst am Mittwoch hatte er zum ersten Mal mit dem Kölner Team trainiert. „Und mir dann kurz überlegt, ob ich das nicht lieber sein lasse“, gibt er ehrlich zu. „Aber ich wusste, dass ich mich auf Longenführerin Alexandra Knauf verlassen konnte, daher bin ich das Risiko eingegangen, obwohl ich nicht viel Erfahrung mit Gruppenvoltigieren habe.“

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