Sandmann gewinnt erstmals seit 1998 den Marathon der Gespannfahrer

Von: Wilhelm Peters
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Bewältigte die acht Hindernisse mit seinem Gespann beim Marathon in der Aachener Soers am besten und sammelte die wenigsten Fehlerpunkte: Sieger Christoph Sandmann. Foto: Michael von Fisenne

Aachen. Unterm Strich steht für die deutschen Gespannfahrer bei diesem CHIO ein durchwachsenes Fazit von Karl-Heinz Geiger zu Buche. Zwei erfreuliche Erkenntnisse nahm der Bundestrainer aus Aachen mit: „Ich freue mich sehr darüber, dass Christoph Sandmann nach so vielen Jahren wieder einmal den schweren Marathon in der Soers gewonnen hat. Und Mareike Harm hat hier sehr überzeugt.“

Die Konsequenz vor allem für Harm (Negernbötel) und damit auch für Michael Brauchle (Lauchheim-Hülen) liegt auf der Hand: Der Fahrausschuss nominierte unmittelbar nach der letzten Prüfung am Sonntag wie erwartet die gesetzten Sandmann (Lähden) und Georg von Stein (Modautal) für die Europameisterschaft im August in Göteborg, während der noch amtierende Europameister Brauchle nicht ganz unerwartet hinten überkippte und seinen Platz an Harm verlor. „Michael Brauchle war ohnehin wegen der Probleme mit seinen Pferden nur mit halber Erwartung nach Aachen gekommen“, sagte Geiger. Brauchle selbst nahm es sportlich: „Klar müssen die besten Fahrer zur EM. Und mit nur 80 Prozent Leistung, die ich mit meinem Gespann zurzeit bringen kann, hast du keine Chance.“

Im letzten Wettbewerb am Sonntag, dem Vierspänner-Hindernisfahren, schnitten Geigers Fahrer „schlecht“ ab, wie der Bundestrainer sagte. „Der Parcours war nicht so schwer, aber es hat nicht viel funktioniert. Nur Mareike Harm hat als Viertplatzierte eine wirklich starke Leistung gezeigt.“ Von Stein wurde 17., Sandmann 22., Brauchle 24. – und damit Letzter.

Das hatte Folgen für den Nationenpreis. Nachdem sich das deutsche Trio nach dem Marathon auf den zweiten Platz vorgearbeitet hatte, musste es die Position am Sonntag an die starken Belgier abgeben, die das Hindernisfahren mit einem Doppelsieg durch Edouard Simonet, am Samstag hinter Sandmann Marathon-Zweiter, und Glenn Geerts beendet hatten. Sieger des Nationenpreises, der kombinierten Wertung aus Dressur, Marathon und Hindernisfahren, wurden die Niederlande. Wie gehabt führte kein Weg an Ijsbrand Chardon, Koos de Ronde und Theo Timmerman vorbei.

Die Gesamt-Einzelwertung ging erneut an den Australier Boyd Exell, gefolgt von Simonet und Chardon. Bester deutscher Fahrer war hier Sandmann auf Platz sechs, von Stein wurde Achter, Harm Neunte. „Hindernisfahren muss mehr geübt und an der Dressur muss auch noch weiter gearbeitet werden, der Marathon funktionierte“, fasst Geiger seine Erkenntnisse dieser Aachen-Tage zusammen.

Spektakulär und spannend gestaltete sich das Highlight der Vierspänner am Samstag. Sandmann ging als 16. der 24 Starter auf die Strecke und in die acht von Parcourschef Wolfgang Asendorf einmal mehr auf höchstem Niveau gebauten Hindernisse. Der Transportunternehmer aus Lähden, dessen Gespannpferde von Tochter Anna trainiert werden, bekam von den Richtern 111,34 Strafpunkte. Simonet, alle drei Niederländer, Chester Weber (USA) sowie der vierfache Weltmeister und siebenfache Gesamtweltcup-Gewinner Exell, die ärgsten Konkurrenten also, folgten. Der Deutsche Meister musste zittern.

„Am letzten Hindernis hatte ich einen kleinen Fehler. Ich hätte nicht gedacht, dass mein Vorsprung bis zum Schluss halten würde“, sagte Sandmann später. Er konnte sich zunächst nicht erinnern, wann er die Aachener Marathon-Prüfung zuletzt gewonnen hatte – es war 1998.

Am Ende eines ganz engen Rennens hatte Sandmann winzige 2,11 Fehlerpunkte weniger gesammelt als Simonet (113,44) auf Platz zwei. Chardon fuhr auf Rang drei (113,52). Exell (114,71) landete auf den vierten Platz.

„Applaus und Jubel der vielen Zuschauer haben geholfen“, freute sich der Sieger, während der Bundestrainer da noch meinte: „Das Team hat das Unmögliche wahr gemacht, ist in der Teamwertung von Platz fünf auf Platz zwei gefahren.“ Der war am Sonntag dann wieder weg.

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