Otto Becker nominiert das Publikum für Rio

Von: pa
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Fröhlicher Abend: Disziplintrainer Heinrich-Herrmann Engemann und Otto Becker (r.) freuen sich über eine makellose Teamleistung. Foto: Michael von Fisenne

Aachen. Zu den wichtigen Aufgaben eines Bundestrainers gehört es zu nominieren. Er muss auf die richtigen Pferde und die richtigen Reiter setzen. Am Donnerstagabend ist das Otto Becker ganz hervorragend gelungen. Sein Team Deutschland gewann den Nationenpreis ohne jeden Makel vor Frankreich und den USA (je vier Fehlerpunkte).

Für Becker war es der erste Erfolg in Aachen seitdem er Bundestrainer 2009 wurde, endlich wurde die Liebe zu der Prüfung auch erwidert.

Der CHIO ist in diesem Jahr nur die Zwischenstation für eine noch größere Veranstaltung. Becker muss weiter nominieren, er muss eine Olympiamannschaft für Rio festlegen. Die Aufgabe ist durch diesen stimmungsvollen Abend nicht leichter geworden. Ludger Beerbaum mit Casello, Marcus Ehning mit Pret a tout und Meredith Michaels-Beerbaum mit Fibonacci schafften gleich zwei fehlerfreie Runden beim Nationenpreis. Christian Ahlmann mit Epleaser hatte zwar einen Abwurf, aber im zweiten makellosen Durchgang zeigte er eindrucksvoll, dass er beim Großen Preis von Aachen zu den vielen Favoriten gehört. Ahlmann, Beerbaum und Ehning experimentieren noch. „Wir sind in der glücklichen Lage, mehrere Optionen zu haben“, sagt Ehning. Bis zum CHIO-Sieg schien klar, dass Beerbaum mit Chiara, Ahlmann mit Taloubet und Ehning mit Cornado nach Rio reisen möchten. Dann testeten sie ihre vermeintliche Zweitbesetzung im größten Reitstadion der Welt – und wurden positiv bestätigt.

Festlegen, mit welchem Pferd sie im Olympic Equestrian Centre in Rio einreiten wollen, möchte sich keiner der Reiter. „Dafür müsste man erst einmal nominiert sein“, grinst Beerbaum. Der erfolgreiche Abend, der auch noch 110.000 Euro in die Mannschaftskasse spülte, hat die Aufgabe für Becker nicht erleichtert. „Die vier haben einen Super-Super-Job gemacht“, lobt er. Zu dem Quartett kommt auch noch Daniel Deußer, der diesmal nicht für die Equipe startete. „Wir haben jetzt die Qual der Wahl“, vermutete Becker, der sich bis Sonntag entscheiden will. Er muss aus fünf Reitern einen als Ersatzmann für die Olympischen Spiele benennen. „Wenn alle fit bleiben, muss ich einem sagen, dass er in Rio nur zuschaut, obwohl er Weltklasse ist.“

Es wird eine knifflige Entscheidung, die er noch ein paar Tage aufgeschoben hat, um weitere Eindrücke bei den anstehenden Prüfungen zu sammeln. Seiner Nominierungspflicht ist Becker dann aber am späten Donnerstagabend nachgekommen. Die Vorstellung der 38.500 Zuschauer in der Soers war so überzeugend für den Bundestrainer, dass er das Publikum spontan nominierte, auch wenn das dann doch etwas seine Kompetenzen überschritt: „Es sollte mit nach Rio kommen.“

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