Nie war der Aachener CHIO wertvoller

Von: Christoph Pauli
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Die Vorfreude steigt minütlich: ALRV-Präsident Carl Meulenbergh plauderte am Montag mit den prominenten deutschen Startern Meredith Michaels-Beerbaum und Kristina Sprehe vor dem Aachener Rathaus. Foto: Schupp

Aachen. Die uniformierten Stadtreiter vor dem Rathaus waren sofort ein beliebtes Fotomotiv. Reiter auf dem Marktplatz lassen wenig Zweifel zu: Der Countdown für den CHIO tickt unaufhörlich, am Freitag startet das weltbeste Pferdeturnier in der Soers mit den Voltigier-Wettbewerben. Und während die uniformierten Reiter bereitwillig für die Touristen posierten, trafen sich im Ratssaal dahinter ganz viele Menschen, um etwas vom Pferd zu erzählen.

TV-Übertragung in 140 Länder

Man kann das Turnier mit ein paar Zahlen beschreiben. In den fünf Disziplinen bringen 375 Reiter, Fahrer und Voltigierer aus 30 Nationen 535 Pferde an den Start. Über 600 Journalisten kommen nach Aachen, vom CHIO wird in 140 Länder via TV berichtet – eine größere Visitenkarte besitzt die alte Kaiserstadt nicht. Aber dann sagt Chefvermarkter Michael Mronz etwas Überraschendes: „Die Rekorde sind nicht unser primäres Bestreben“, vielmehr gehe es darum, das Wohlbefinden für Starter, Besucher, Sponsoren und Mitarbeiter zu erhöhen. „Das Publikum ist die Seele des Turniers, wir wollen alles dafür tun, dass es so bleibt“, sagt ALRV-Präsident Carl Meulenbergh.

Die Eintrittspreise verändern sich nicht im Vergleich zum Vorjahr. „Es ist wichtig, dass die Veranstaltung den Charakter eines Volksfestes nicht verliert“, sagt der Aachener Oberbürgermeister Marcel Philipp.

Das ist der Parcours, den die Turniermacher bewältigen müssen. Sie müssen so attraktiv für die Besucher bleiben, aber gleichzeitig auch registrieren, dass sich viele Reiter zunehmend die großen lu–krativen Wettkämpfe herauspicken. Aachen hat ohnehin eine große Magnetwirkung auf die Sportler, aber jetzt werden die Siegerschecks noch größer, an Preisgeldern sind 2,67 Millionen Euro bei einem Etat von 12 Millionen vorgesehen. „Aachen ist die höchstdotierte Sportveranstaltung in Deutschland“, sagt Mronz.

Im Safe für den Großen Preis von Aachen liegt nicht nur eine Million Euro (bislang 350.000 Euro). Der ALRV hat sich mit den Veranstaltern in Calgary und Genf (Hallenturnier) zum „Rolex Grand Slam“ zusammengeschlossen. Wer alle drei Großen Preise hintereinander abräumt, wird Millionär. Aber auch schon zwei Siege in Folge werden mit einer halben Million versüßt. „Das ist eine völlig neue Dimension für unseren Sport“, sagt Meredith Michaels-Beerbaum, die am Montag nach Aachen geeilt war. „Die Idee, dass der Grand Slam endlich zu den Reitern kommt, ist phänomenal, auch wenn es den Druck erhöht.“ Der Publikumsliebling gehört erstmals wieder seit 2009 zur Nationenequipe mit ihrem Schwager Ludger Beerbaum, mit Carsten-Otto Nagel, Christian Ahlmann und erstmals Daniel Deusser.

Das deutsche Dressurteam bilden Anabel Balkenhol, Helen Langehanenberg, Fabienne Lütkemeier und Isabell Werth. Kristina Sprehe, die am Montag voller Vorfreude schon einmal nach Aachen gekommen war, ist nur eine Einzelstarterin, weil sie ihren Desperado zuletzt bei der Deutschen Meisterschaft schonen musste. Die BWL-Studentin gehört fast schon zum Establishment, hat eine Silbermedaille im Team bei den Olympischen Spielen geholt, aber der CHIO lässt sie immer noch funkeln. „Ich war hier als kleines Kind, und jetzt darf ich hier starten. Das hat schon etwas von einem Traum.“

Moderiertes Training

Es wird kaum etwas ändern im Programm. Am nächsten Dienstag ist bei den Springreitern vor der großen Eröffnungsfeier nur noch ein Wettkampf vorgesehen, zudem gibt es ein moderiertes Training. Der Kampf der Geschlechter tobt am Samstagabend in der Soers. Bei den „Best of champions“ werden zwei parallele, identische Parcours aufgebaut, um in zwei Durchgängen die ewige Frage zumindest für einen Abend zu beantworten.

Das Turnierprogramm und vieles mehr wird Freitag in einer zwölfseitigen CHIO-Beilage beigelegt

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