Hans Melzer und die Sehnsucht nach Ruhe

Von: rau
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Kritisiert die Geräuschkulisse für seine Vielseitigkeitsreiter während der Dressur: Bundestrainer Hans Melzer. Foto: imago/Rau

Aachen. Eigentlich sind die deutschen Vielseitigkeitsreiter alle auf einem guten Weg. Nach der Dressur lagen unter den ersten 13 Reitern neun Deutsche, Bettina Hoy mit ihren beiden Pferden Seigneur Medicott und Designer sogar auf dem ersten und dritten Platz.

Trotzdem mochte der Bundestrainer Hans Melzer nicht ganz zufrieden sein. „Das ist schon ein sehr lautes Stadion. Was ich nicht gut finde, ist, dass die Zuschauer beim Einreiten klatschen und der Ansager das nicht unterbindet. Das kennen unsere Pferde so nicht.“

Folglich reagierten selbst so gestandene Championatskandidaten wie Michael Jungs Sam oder Sandra Auffarths Opgun Louvo ein bisschen irritiert. Und So Is Et von Andreas Ostholt mochte beim Halten ob der Atmosphäre nicht ruhig stehen, und das war bei gleich dreimaligem Halten in der Prüfung teuer. Platz 13 stand am Ende für den Warendorfer zu Buche, der noch ein heißer Aspirant auf ein Ticket zu den Olympischen Spielen ist. „Als wir die Dressurprüfung im vergangenen Jahr bei der EM im Fahrstadion hatten, war die Atmosphäre natürlicher, hat nicht so viel Spannung erzeugt“, erinnert sich Melzer.

Für die Olympischen Spiele sieht der Bundestrainer jedoch keinesfalls schlechte Vorzeichen, denn der Platz dort ist wesentlich größer und ohne überdachte Tribünen. „Beim Championat haben wir auch mehr Ruhe. Hier durften wir nur einmal am Vortag ins Stadion.“

Das deutsche Team mit Michael Jung auf Sam, Ingrid Klimke auf Escada, Andreas Ostholt auf So Is Et und Dirk Schrade auf Hop and Skip lag nach der Dressur haarscharf geschlagen auf Platz zwei mit 128,5 Punkten. Davorgeschoben hatten sich die Australier, angeführt vom achtplatzierten Christopher Burton mit 127,7 Punkten. Gar nur Platz vier war es nach dem Springen im großen Stadion: Weiterhin führend ist Australien mit 139,8 Punkten, dahinter „knubbeln“ sich Neuseeland (142,2), Großbritannien (142,5) und Deutschland (142,9).

In der Einzelwertung übernahmen Julia Krajewski mit Samourai du Thot und Michael Jung mit Takinou nach fehlerlosen Ritten im Parcours mit 37,20 Punkten die Führung – gefolgt Sandra Auffarth, die ihr Olympia-Pferd Opgun Louvo allerdings ebenso wie Krajewski am Samstag im Gelände nicht mehr einsetzen wird. Hoy (Medicott, 39,00), die zwei Abwürfe zurückwarfen, als Vierte, Klimke (Escada 42,90) als Sechste und Jung (Sam, 44,50) sind noch unter den Top Ten. Die Zwischenbilanz mochte dem Bundestrainer kein Kopfzerbrechen bereiten: „Abgerechnet wird nach der Geländeprüfung!“

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