Der „Profiteur“ in Sachen Rio?

Von: rau
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Ist dieser Schulterschluss auch in Rio de Janeiro möglich? Hubertus Schmidt, der am Samstag noch um sein Olympia-Ticket kämpft, neben der gesetzten Kristina Bröring-Sprehe. Foto: imago/Stefan Lafrentz

Dass am Samstag noch das Kind in den Brunnen fallen wird, damit rechnet ernsthaft niemand mehr: Zu klar führen die deutschen Dressurreiter nach der ersten Wertungsprüfung im Lambertz-Nationenpreis.

Mit 246,285 Punkten hat sich das Quartett Isabell Werth (Rheinberg) mit Weihegold, Kristina Bröring-Sprehe (Dinklage) mit Desperados, Dorothee Schneider (Framersheim) mit Showtime und Sönke Rothenberger (Bad Homburg) mit Cosmo schon so weit von den USA (218,414) und Dänemark (214,242) distanziert, dass am Samstag ab 9 Uhr im Grand Prix Spécial um den Meggle-Preis nichts mehr anbrennen sollte.

Bedeutend spannender als der Kampf um den Teamsieg dürfte da sein, wer sich nun das Ticket nach Rio de Janeiro sichern kann. Immer vorausgesetzt, die Pferde bleiben gesund, sind Werth, Bröring-Sprehe und Schneider, die alle im Grand Prix Wertungen über 80 Prozent erzielten, sichere Kandidaten. Ein Fragezeichen steht nach dem Grand Prix aber auf einmal wieder hinter Newcomer Rothenberger. Der 21-Jährige hatte bei der DM in Balve mit seinem erst neunjährigen Cosmo brilliert, aber Cosmo ist – siehe oben – eben erst neun Jahre alt. Im Grand Prix nahm sich der Vierbeiner eine „Auszeit“ ausgerechnet vor den Zweierwechseln. „Schade, er hatte so stark begonnen, der Anfang war sein bester in einem Grand Prix überhaupt bisher“, musste Bundestrainerin Monica Theodorescu mitansehen, wie Cosmo beinahe bockte und in der Folge dadurch die Zweierwechsel komplett misslangen.

75,600 bedeuteten aber immerhin noch Platz fünf hinter seinen Teamkolleginnen und dem US-Amerikaner Steffen Peters. Doch was vielmehr schmerzen dürfte: Am Samstag werden Cosmo und Rothenberger besonders kritisch beobachtet. Wird sich das junge Pferd erneut kurzfristig widersetzlich zeigen oder hat er im Deutsche-Bank-Stadion vor über 5000 Zuschauern diesmal seine Nerven im Zaum? Die Beantwortung dieser Fragen dürfte auch die Antwort darauf sein, wer das vierte Rio-Ticket am Sonntag in den Händen hält.

Wenn Rothenberger am Samstag mit Cosmo ins Viereck reitet, haben seine Verfolger bereits vorgelegt. Allen voran Hubertus Schmidt (Borchen-Etteln), der auf Imperio mit 76,043 bereits den Grand Prix der CDI-Tour dominiert hat. Freitagabend spät unter Flutlicht stellte Schmidt, der bereits 2004 bei den Olympischen Spielen in Athen auf Wansuela Suerte zum Gold-Team gehört hatte, Imperio im Special vor. Bei einem erneuten Bocksprung Cosmos könnte Schmidt der „Profiteur“ in Sachen Rio werden. Und dahinter lauern noch drei Damen, alle championatserfahren: Jessica von Bredow-Werndl (Aubenhausen), die mit Unee 2015 zum EM-Bronze-Team gehörte, Anabel Balkenhol (Rosendahl) auf Dablino, 2012 Einzelreiterin in London, und Fabienne Lütkemeier (Paderborn) mit D’Ablino, 2013 Team-Europameisterin und 2014 Team-Weltmeisterin. Alle Augen ruhen also auf Cosmo.

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