Aachen - Olympia-Ticket rührt disziplinierte Japaner zu Tränen

Olympia-Ticket rührt disziplinierte Japaner zu Tränen

Von: Guido Jansen
Letzte Aktualisierung:
Die Freude des Siegers: Taizo
Die Freude des Siegers: Taizo Sugitani bedankt sich Avenzio. Foto: Thomas Rubel

Aachen. Japanische Springreiter sind wie Formationstänzer. So lange die Sportler im Blickfeld der Zuschauer sind, lächeln sie standesgemäß höflich. Gejubelt oder vor lauter Enttäuschung fast gestorben wird erst abseits vom Parcours beziehungsweise Parkett. Das hat Taizo Sugitani genau so gehalten. Einen kurzen Jubel hat er sich erlaubt, als er die erste wichtige Entscheidung des CHIO gewonnen hat.

Einen kurze Umarmung für seinen 12-jährigen Wallach Avenzio gab´s auch. Dann verschwand das Paar nach dem gewonnenen Stechen um einen Startplatz für die Olympischen Spiele in London aus dem Fahrstadion. Sugitanis Landsleute und Team-Kollegen hatten Tränen in Augen, nachdem der 35-Jährige seinem Land einen zweiten Startplatz für das olympische Springturnier in London gewonnen hatte. Im entscheidenden Stechen blieben Sugitani und Jasmin Chen (Taiwan) fehlerfrei. Allerdings war der Japaner mit 53,97 Sekunden knapp zwei Sekunden schneller als seine Kontrahentin in der Qualifikation für asiatische Länder.

Der Wettkampf fand im Rahmen des Mannschaftsspringens statt, bei dem sich die ukrainische Mannschaft das Olympia-Ticket sicherte. Die Leistungsträger im Sieger-Team waren die beiden Deutschen Björn Nagel und Katharina Offel sowie der Brasilianer Cassio Rivetti. Doppelter Erfolg für Offel: Die Wahl-Ukrainerin gewann den Einzelwettbewerb und startet damit ab Dienstag beim CHIO.

Zurück zu Taizo Sugitani: Auf dem Einreitplatz angekommen legte er los. Avenzio galoppierte, der Reiter schrie seine Freude laut hinaus. Wenige Sekunden später kullerten die Tränen über die Wangen des 35-Jährigen. „Das macht mich unglaublich stolz”, sagte er, nachdem das Paar zum Stehen gekommen waren. Das Ticket für London hatte der Reiter selbst gar nicht nötig. Nach seinem 10. Platz bei der WM in Kentucky (USA) im vergangenen Jahr war Sugitani ohnehin qualifiziert. „Jetzt sind wir mit zwei Reitern am Start. Für Japan ist das eine riesige Ehre”, sagte er und lächelte, während die Augenwinkel immer noch nicht trocken waren. Am Montag trat der Japaner die kurze Heimreise an. Er lebt und trainiert mittlerweile in Köln.
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