Öcher Mäddche mit Schweizer Zungenschlag

Von: Amien Idries
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Aus der Schweiz in die Soers: Cathrine Niederer (rechts) hat in Aachen gelebt und nutzt das CHIO mit Ehemann Markus und den Kindern Selina und Nils zum alljährlichen Besuch in der Ex-Heimat. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Vom 28. Juni bis zum 5. Juli 2009 herrschte im Haus der Familie Niederer ziemlich schlechte Stimmung. Die Ursache dafür war die Tatsache, dass sich die Niederers zu diesem Zeitpunkt in ihrer Heimat Schweiz und nicht 600 Kilometer nördlich in Aachen befanden. Der Stadt, die man ihre zweite Heimat nennen könnte.

Denn emotional ist vor allem Mutter Cathrine sehr eng mit Aachen verbunden: „Ich lebe in der Schweiz und brauche Aachen”, sagt sie mit charmantem Schweizer Akzent.

Diese Zuneigung rührt aus ihrer Schulzeit. Ihren Vater hatte es in den 80er Jahren aus beruflichen Gründen in die Region verschlagen, und die Familie musste mit. „Das war zu Beginn schon eine enorme Umstellung”, blickt die heute 42-Jährige zurück.

Doch irgendwann begann sie sich einzuleben, erste Freundschaften zu knüpfen und sich wohlzufühlen. Ihr Abitur machte sie im St. Leonhard Gymnasium und war schließlich so etwas wie ein Öcher Mäddche mit Schweizer Zungenschlag. Nach fünf Jahren war ihre Aachener Zeit abgelaufen, und sie verließ wehmütig die Region.

Inzwischen lebt sie mit ihrem Mann Markus und ihren beiden Kindern Selina (8) und Nils (5) in der Nähe von Bern und kommt nur einmal im Jahr dazu, ihrer Aachen-Leidenschaft nachzugehen, mit der sie die gesamte Familie angesteckt hat.

Seit sechs Jahren mieten sich die vier während des CHIO in Aachen ein und verbinden die Aachen- mit der Pferdeleidenschaft. Nur eben im Jahr 2009 nicht. „Ich hatte keinen Urlaub erhalten” erläutert Niederer den profanen Grund. Nach dieser Zwangspause war in diesem Jahr die Vorfreude noch eine Spur größer.

Am Mittwoch sind sie angereist und werden bis Sonntag bleiben. Dabei gibt es neben dem CHIO ein festes Rahmenprogramm. Man trifft sich mit alten Aachener Freunden, flaniert in der Stadt, und Mutter Cathrine geht zu ihrem Stammfriseur auf der Theaterstraße. Die allermeiste Zeit verbringen die Vier aber auf dem Turniergelände in der Soers. Allerdings werden unterschiedliche Prioritäten gesetzt.

Für Tochter Selina, die den Pferdesport lieber aktiv betreibt als anderen dabei zuzuschauen, ist der schönste Ort in Aachen nämlich der Kinderclub auf der Anlage des ALRV. Den betreibt seit zwölf Jahren ein Cluburlaubbetreiber und ermöglicht damit den Eltern einen ungestörten Pferdegenuss.

„Die Kinder werden in zwei unterschiedlichen Altersgruppen betreut, basteln oder machen Spiele und Tänze auf unserer Aktionsbühne”, erklärt Tanja Kluge, die den Club mit Elke Dreier leitet. „Selina führt der Weg immer sofort in den Club”, erzählt die Mutter, während ihre Tochter sich schminken lässt.

Sohn Nils möchte noch nicht in die Kinderbetreuung, sondern schaut lieber mit seinem Vater - ebenfalls ein begeisterter Reiter - gemeinsam die Springen. Alle scheinen also den Kurzurlaub in Aachen zu genießen. Fragt man die Familie, ob sie denn 2011 wiederkommen wollen, erntet man dementsprechend ein vierfaches Ja.

Na, hoffentlich gibt´s Urlaub.
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