Noch keinen Nationenpreis gewonnen: Beckers lange Durststrecke

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Otto Becker
„Schirmherr“: Otto Becker hofft auf seinen ersten Equipe-Erfolg in Aachen als Trainer. Foto: imago/Eibner

Aachen. Er weiß, wie es sich anfühlt, in Aachen den Nationenpreis zu gewinnen. 2008 gelang das einer deutschen Spring-Equipe beim Heim-CHIO zum letzten Mal. Damals war Otto Becker noch Springreiter. Seit 2009 ist er Bundestrainer – und seitdem mussten die deutschen Springreiter immer wieder knapp den ausländischen Gästen den Vortritt lassen.

Am Donnerstagabend steht der Nationenpreis unter Flutlicht auf dem Programm. Über Ziele, Wünsche und die Olympischen Spiele sprach Helga Raue mit dem Bundestrainer.

Hatten Sie Losglück, an wievielter Stelle geht Ihr Team an den Start?

Becker: Wir reiten als siebte von acht Mannschaften, haben nur noch die Belgier im Nacken.

Wer wird am Donnerstag die deutschen Farben vertreten?

Becker: Christian Ahlmann mit Epleaser van‘t Heike, Ludger Beerbaum mit Casello, Meredith Michaels-Beerbaum mit Fibonacci und Marcus Ehning mit Pret A Tout. Das ist aber noch nicht die Startreihenfolge, die werden wir noch gemeinsam festlegen.

Damit ist Daniel Deußer als fünftes Equipe-Mitglied nicht am Start. Warum haben Sie sich für diese vier Reiter entschieden?

Becker: Es war eine schwierige Entscheidung, und wir haben uns sehr viele Gedanken gemacht. Und die Entscheidung, dass Daniel heute der Fünfte im Bunde ist, ist nicht als Fingerzeig Richtung Rio zu verstehen. Deshalb bin ich besonders froh, dass er mit First Class van Eeckelghem am Mittwoch im „Preis von Europa“ (Anmerkung: Mit einem fehlerfreien Ritt im Stechen belegte er Platz sieben) eine so gute Leistung gezeigt hat. Das ist wichtig mit Blick auf die Qualifikation für den „Großen Preis“ , denn es ist einfacher, sich über den Start im Nationenpreis dafür zu qualifizieren.

Sie haben sich in diesem Jahr schon überraschend früh auf fünf Reiter für Aachen und Rio festgelegt. Warum?

Becker: Weil wir fanden, dass die fünf von ihren Leistungen her so weit vor den anderen lagen. Mit der frühen Entscheidung wollten wir den Weg nach Rio besser planen, um die Pferde noch leistungsgerechter vorzubereiten.

Nun fallen aber mit Codex one und Cornet d’Amour zwei Top-Pferde aus. Stellt das nicht die Herangehensweise in Frage?

Becker: Nein, wir mussten ja vor sechs Wochen eine Longlist erstellen. Und zu dem Zeitpunkt hatten wir die große Hoffnung, dass die beiden für Aachen wieder rechtzeitig fit werden würden. Diese Hoffnungen haben sich leider nicht erfüllt. Doch Deußer hat mit First Class ein weiteres und Ahlmann mit Taloubet und Epleaser sogar noch zwei Top-Pferde zur Verfügung. Und auch mit diesen Pferden waren die beiden deutlich vor der Konkurrenz.

Aber das sind schon zwei gravierende Ausfälle?

Becker: Ganz sicher. Cornet hat in den vergangenen beiden Jahren zum Team gehört und den Weltcup gewonnen. Und auch Codex one hat gute Leistungen gezeigt, wie 2014 den Sieg im „Großen Preis von Aachen“.

Ludger Beerbaum reitet nicht sein EM-Pferd Chiara, und Marcus Ehning sattelt nicht Cornado – ihre (vermeintlich) besten Pferde.

Becker: Ja, Chiara und Cornado gehen erst am Freitag im NRW-Preis. Wir wollten bewusst Epleaser, Pret A Tout und Casello im Nationenpreis sehen, da die drei noch keine Championatserfahrung haben. Dazu kommt dann Fibonacci, der ja schon 2015 bei der EM dabei war. Das war auch der Wunsch der Reiter, die Aachen noch einmal als Härtetest Richtung Rio haben wollten.

Könnten die Entscheidungen dann noch einmal überdacht werden, wenn es nicht gut läuft?

Becker: Wir bewerten für die Olympia-Nominierung nicht eine oder zwei Runden, sondern die gesamte Saison. Daher würde auch eine schlechte Runde nichts an der Entscheidung ändern.

Gibt es endlich noch einmal einen deutschen Sieg?

Becker: Das würden wir uns alle wünschen. Aachen ist toll und wichtig, aber in den nächsten Wochen gibt es ein Ereignis, das noch wichtiger ist. Deshalb wünsche ich mir vor allem, dass alle vier Pferde auch nach dem Nationenpreis fit und gesund für die anstehenden Aufgaben sind.

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