Aachen - Mit etwas Verspätung: Kutschen-Korso rollt über den Markt

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Mit etwas Verspätung: Kutschen-Korso rollt über den Markt

Von: Verena Richter
Letzte Aktualisierung:
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Der Samstagnachmittag stand im Zeichen des Kutschen-Korsos, der über den Aachener Markt rollte. Foto: Harald Krömer

Aachen. Angekündigt war der Concours d’Elégance, der prächtige Kutschenkorso im Rahmen des Weltfests des Pferdesports, eigentlich für Samstag, 13.30 Uhr auf dem Aachener Markt. Doch das große Ereignis ließ auf sich warten. Stattdessen wurde den zahlreichen Zuschauern, die die Absperrgitter säumten, ein ganz anderes Bild geboten.

Völlig überraschend zog kurz vor halb zwei eine Gruppe von Eltern, Kindern und Erziehern auf den Marktplatz, positionierte sich dort vor der Rathaustreppe, um mit Transparenten auf die festgefahrene Situation im Tarifstreit der Erzieher und Sozialarbeiter und den Kita-Streik aufmerksam zu machen. Sicher keine einfache Situation für Oberbürgermeister Marcel Philipp, der eigentlich die Kutschen begrüßen wollte. Doch stattdessen begrüßte Philipp kurzentschlossen die Protestierenden und unterhielt sich mit ihnen. Allein an Lage selbst ließ sich zu diesem Zeitpunkt natürlich nichts ändern, das muss an anderer Stelle geklärt werden.

Der Rest des frühen Nachmittags stand dann aber tatsächlich im Zeichen des Kutschen-Korsos, der es erst mit 45 Minuten Verspätung auf den Markt schaffte, aber dort in der Tat ein prächtiges Bild bot. Insgesamt waren es 25 historische Gespanne, die nacheinander über das Aachener Kopfsteinpflaster rumpelten, 100 bis 200 Jahre alt. Den historischen Eindruck verstärkte noch die Tatsache, dass die Kutschenfahrer und die begleitenden Personen in zeitgenössischen Kostümen auf den Kutschen saßen. Wer vom CHIO selbst lediglich den Kutschenmaraton mit den rasanten Vierspännern kennt, wird überrascht gewesen sein, wie unterschiedlich Kutschen sein können. Dieser Aspekt spielt bei einem normalen Turnier aber kaum eine Rolle, da der Schwerpunkt dann auf dem Sport liegt, wie Baron Wolf von Buchholtz betonte.

Und so war der ALRV-Vizepräsident durchaus froh, dass das Kurzturnier in diesem Jahr einmal den Rahmen für die Historie bieten konnte.  Der Experte Andres Furger kommentierte die einzelnen Wagen und betonte dabei: „Alle Kutscher sind Liebhaber, sie bereiten sich zum Teil monatelang auf solche Ereignisse vor. So eine Equipage – also die Ausstattung und Aufmachung eines Gespannes – bedeutet sehr viel Aufwand.“ Den besten Eindruck davon gewann der Zuschauer allerdings nicht auf dem Markt sondern auf dem Katschhof.

Während vor dem Rathaus die Kutschen einzeln und vielleicht ein wenig zu langatmig vorgestellt wurden, warteten die anderen Gespanne hinter dem Rathaus auf ihren Einsatz. Und hier konnten neugierige Passanten auch auf Tuchfühlung gehen, sich mit den Kutschern unterhalten und die Wagen aus nächster Nähe betrachten. Und vielleicht hat der eine oder andere jetzt eine Vorstellung davon, wie es gewesen ist, damals als nur Kutschen und Reiter das Stadtbild prägten. Damals normal - heute ein großes Ereignis.

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