Michael Brauchle: „Was danach kommt, warte ich ab”

Von: Max Eckstein
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Uberraschte im vergangenen Jahr beim CHIO Aachen die internationale Konkurrenz: Michael Brauchle. Foto: Holger Schupp

Aachen. „Gefühl für Pferde und Lenkleinen sowie eine ordentliche Portion Trainingseifer”, sieht er als Gründe für alles andere als alltägliche Erfolge. Mit gerade mal 19 Jahren gehört Michael Brauchle zur Elite - nicht nur des deutschen - Fahrsports. So richtig auf sich aufmerksam machte der Schwabe erstmals beim CHIO 2008, als er die Prestige-trächtige Marathonfahrt gewann und in der Vielseitigkeitswertung mit Platz 4 ein weiteres Ausrufezeichen setzte.

„Michi, du bisch d´r Beschde!”, prangte als Schriftzug auf einem Laken über dem Hofeingang der Brauchles, als der Triumphator seinerzeit nach Hause kam. „Das sind sicherlich meine bislang größten Erfolge”, ordnet der „Shooting Star” der Vierspänner-Szene dieses Abschneiden ganz oben ein. Einzelplatz 4 bei der Weltmeisterschaft und natürlich Silber mit der Mannschaft nennt er allerdings im selben Atemzug.

„Dass ich mir für meinen zweiten Aachen-Start wieder einiges vorgenommen habe, brauche ich wohl nicht besonders zu betonen”, schaut Michael Brauchle Richtung kommende Woche. „Nach den Konkurrenzen in der Aachener Soers stehen dann noch die âDeutschenÔ in meinem Terminkalender. Was danach kommt, warte ich einfach mal ab.”

Diese Gelassenheit charakterisiert den 19-Jährigen, der 2007 auf den Vierspänner umstieg, ebenfalls. „Mit meinem Bruder Steffen habe ich im Pony-Zweispänner begonnen und bin danach mit zwei Großpferden unterwegs gewesen”, berichtet Michael Brauchle. Und er gibt zu, nicht genau Buch geführt zu haben: „Es waren aber bestimmt sechs Jahre.”

Sowohl in dieser Zeit als auch noch heute spielt Brigitte Brauchle eine Hauptrolle in seinem Leben - und das gilt nicht nur für den Sport. Sie ist die Mutter und gleichzeitig Trainerin, ist damit untrennbar verbunden mit den sportlichen Erfolgen und Zielen. Unabhängig davon, was die Zukunft noch bringt, wird das Fahren immer Hobby der Brauchles bleiben. Man weiß sehr genau, dass angesichts immenser Fixkosten für Pferde und Material keine Reichtümer in dieser Disziplin zu erwerben sind.

Das ist auch der Hintergrund dafür, dass Brauchle mindestens „zweigleisig” unterwegs ist. Im Vordergrund steht die Ausbildung zum Metallbauer. „Die fordert mich, und das nicht nur durch den nötigen Zeitaufwand”, sagt der Gespannfahrer und erlaubt einen Blick in seinen persönlichen Zeitplan: „Um 17 Uhr komme ich heim, und dann wird trainiert.”

Dass es darüber hinaus nur wenige Möglichkeiten gibt, noch etwas anderes zu machen, frustriert den 19-Jährigen keineswegs. Auch dafür gilt: „Was danach kommt, warte ich einfach mal ab...”
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