Turnierdirektor Frank Kemperman sattelt um

Turnierdirektor Frank Kemperman sattelt um

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Erwartungsfroh: Turnierboss Frank Kemperman. Foto: imago/Eibner

„Ich höre auf mit dem Turniersport und werde royaler Begleiter.“ In Wirklichkeit aber genießt der Turnierdirektor seinen Job und ist extrem zufrieden über die positiven Reaktionen der Besucher. Immerhin: Der Niederländer Frank Kemperman drückt der deutschen Equipe die Daumen für den Preis der Nationen. Christoph Pauli sprach mit dem Turnierdirektor.

 

Herr Turnierdirektor, wie ist der Sportsommer für einen Niederländer bislang verlaufen?

Kemperman: Super, kein einziges Spiel verloren, keinen Fehler gemacht, kein einziges Handspiel. Die Holländer haben keinen Fehler gemacht. Und weil wir uns seltsamerweise nicht qualifiziert haben für die Fußball-EM, haben wir mehr Zeit gehabt für echte Sportarten.

Woran denken Sie gerade?

Kemperman: Pferdesport natürlich. Wir haben dann gleich mal den Nationenpreis in Rotterdam gewonnen.

In diesen Tagen sieht man Sie allerdings nicht im Parcours, sondern primär als königlichen Begleiter.

Kemperman: Ja, ich habe eine neue phantastische Aufgabe, ich höre auf mit dem Turniersport. Und werde royaler Begleiter. In unserem Sport gibt es viele Königshäuser in Europa, die am Pferdesport interessiert sind. Es gibt schlimmere Sachen im Leben, als eine sehr nette Königin und einen charmanten König begrüßen zu dürfen.

Macht man vor einem solchen Termin noch mal einen Benimmkurs, gibt es protokollarische Vorgaben?

Kemperman: Mir hat keiner etwas gesagt. Ich habe den Gästen das Gelände gezeigt, es war sehr entspannt. Die Königin war sehr inter-essiert, es war wirklich nett.

Niederländer neigen zum Duzen.

Kemperman: In dem Fall besser nicht.

Wie groß ist für Sie als Chef der Veranstaltung die Vorfreude, wieder einen ganz herkömmlichen CHIO veranstalten zu dürfen?

Kemperman: Eine EM oder eine WM auszurichten, hat ihren Reiz, aber wir freuen uns enorm auf einen normalen CHIO. Die Reiter und Besucher sagen uns das auch: Fein, dass alles wie sonst ist. Die Begeisterung ist groß. Wir veranstalten das Turnier ja für unsere Kunden, nicht für die Geschäftsstelle: Sie sollen zufrieden sein, darum geht es. Die Leute freuen sich, wir verkaufen schon viele Karten für 2017. Das gibt es nirgendwo in der Welt. Gerade staunen wir, dass schon tausende Menschen an einem Dienstag auf das Gelände strömen.

Können Sie als Organisationschef das Turnier genießen oder ist es Stress pur?

Kemperman: Wir haben eine großartige Mannschaft, das ist über Jahre eingespielt. Bei der Eröffnungsfeier war ich nur ein Feuerwehrmann, falls es mal klemmt. Ich kann solche Stunden wirklich genießen.

Kann man davon ausgehen, dass die niederländische Equipe beim Nationenpreis den Sportsommer retten will?

Kemperman: Bundestrainer Otto Becker ist anderer Meinung. Bislang war es so, dass weder die Niederländer in der Heimat noch die Deutschen mit Otto Becker gewinnen konnten. Das könnte sich komplett ändern. Für meine Landsleute würde mich ein Sieg in Aachen freuen, aber ich gönne es nach so vielen Anläufen jetzt auch mal den Deutschen.

Letzte Frage: Ihre königliche Begeisterung ist entfacht. Wäre es dann nicht an der Zeit, Ihren König Willem-Alexander in Aachen zu begrüßen?

Kemperman: Das ist eine feine Anregung. Königin Beatrix war schon 2002 hier. Bislang haben wir noch nie ein Partnerland wiederholt. Aber die Idee kommt noch zu früh.

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