Schmidts „komischer Einstieg“ in den CHIO

Von: Helga Raue
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Beim Ausreiten lächelte er breit, zufrieden mit Escolar und sich. Als das Ergebnis kam, wurde das Lächeln eher ungläubig: 70,816 Prozent im Prix St. Georges.

„Das ist ein komischer Einstieg in den CHIO, ich bin etwas geplättet“, sagte Hubertus Schmidt (Borchen-Etteln), der sich und seinen Vierbeiner besser gesehen hatte. „Zuletzt haben wir 80 Prozent bekommen, und hier war nur ein Wechsel nicht gut und der Schritt etwas verhalten. Ansonsten haben wir viele Höhepunkte gezeigt.“

Die erste Enttäuschung muss Schmidt schnell abhaken, denn heute wird es ernst: Mit Imperio gehört er zur favorisierten Equipe, startet heute im Grand Prix als zweiter deutscher Reiter nach Dorothee Schneider (Framersheim) mit Sammy Davis jr. und vor Sönke Rothenberger (Bad Homburg) auf Cosmo. Schlussreiterin ist Isabell Werth (Rheinberg) auf Weihegold. Fast möchte man schreiben: „Hubertus Schmidt is back“ – doch der 57-Jährige war nie weg. Allerdings ist es genau zehn Jahre her, dass er beim CHIO in der Equipe ritt. 2006 gehörte er mit Wansuela Suerte bei der WM in Aachen letztmals zu einem Championatsteam, im vergangenen Jahr war er in Rio immerhin als Reservist dabei.

Mit der Fuchsstute Wansuela Suerte wurde Schmidt in den Jahren 2004 bis 2006 Olympiasieger, Welt- und Europameister, jeweils mit dem Team. Sein früheres und sein jetziges Top-Pferd sind sehr unterschiedlich. „Wansuela war ganz fein und leichtrittig. Sie hatte sicher nicht so viel Grundqualität wie Imperio, bestach aber durch ihre absolute Korrektheit“, analysiert Schmidt, der den bewegungsstarken 14-jährigen Hengst seit sieben Jahren unter dem Sattel hat.

„Ich habe mich super gefreut, in Aachen im Team zu sein“, strahlt der sympathische Reiter, der nun auch mit der EM liebäugeln darf. „Zu Jahresbeginn war das nicht mein Saisonziel, ich profitiere ja auch davon, dass zwei Top-Pferde ausgefallen sind“, sagt Schmidt bescheiden und setzt grinsend hinzu: „Nun will ich den frei gewordenen Platz aber blockieren.“ Die Olympiapferde Desperados (Kristina Bröring-Sprehe) und Showtime (Schneider) fehlen verletzt, doch Schneiders „Zweitpferd“ Sammy Davis sprang bei der Deutschen Meisterschaft in die Bresche. Schmidt sagt: „In Balve waren wir im Grand Prix und im Spécial vor Dorothee, in der Kür sie vor uns. Diesen Equipeplatz möchten wir in Aachen mit Blick auf die EM gerne verteidigen.“

Daher liegt Schmidts Fokus auch zuerst auf dem Nationenpreis und der Mannschaft, die Kür (nur drei Reiter pro Nation sind zugelassen) am Sonntag zu erreichen, ist erst mal zweitrangig. Qualifiziert Schmidt sich, dürfen sich die Zuschauer auf eine neue Kür zu einem Queen-Medley freuen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert