Pieter Devos ist im Zyklus des Rolex-Grand-Slam

Pieter Devos ist im Zyklus des Rolex-Grand-Slam

Von: Helga Raue
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Gruppenbild mit Pferd: Pieter Devos und seine niederländische Freundin Caroline Poels, mit der er gemeinsam den heimatlichen Stall in Bekkevoort führt. Foto: Dirk Caremans
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Könnte in Aachen sein Portemonnaie tüchtig füllen: Pieter Devos. Foto: K. H. Frieler

Für Pieter Devos und Steve Guerdat könnte in Aachen der große Geldkoffer warten. In Calgary gewann der junge Belgier den Großen Preis, der Schweizer Olympiasieger triumphierte in Genf, und beide befinden sich damit in einem Zyklus. Denn beide Springen zählen wie der „Große Preis von Aachen“ seit 2013 zum Rolex-Grand-Slam.

Eine Million Euro gibt es zusätzlich, wenn man alle drei Springen in Serie gewinnt – die Chance hat Guerdat noch, 250.000 Euro, wenn man (nicht in Folge) zwei der drei Springen gewinnt – die Chance hat Devos. „Das Geld ist natürlich ein zusätzlicher Anreiz, gerade wenn man nicht auf große Sponsoren bauen kann. Das macht es einfacher, Pferde zu behalten“, sagt Pieter Devos, der nach Calgary in Genf ebenfalls das Stechen erreichte und auch in Aachen gute Chancen hat.

Mit seinem Sieg in Kanada wurde die breite Öffentlichkeit aufmerksam auf den jetzt 28-jährigen, der zuletzt mit Dream of India Greenfield die Großen Preise in St. Gallen und Shanghai gewann. „Das hat mir viele Türen geöffnet. Ich habe einen großen Sprung nach vorne gemacht, bin seit diesen Monat auf Platz 30 der Weltrangliste“, verweist Devos stolz. In Aachen gehört er zur belgischen Equipe, wird aber voraussichtlich als Fünfter im Team nicht im Nationenpreis starten. „Dream ist noch nicht so erfahren. Er war zuvor nur auf 1,30-Meter-Niveau gegangen und hat sich überraschend schnell entwickelt.“ Und Candy, mit der er in Calgary siegte, soll nach einer Verletzung noch etwas Pause erhalten. „Das ist bedauerlich, denn mit ihr hatte ich meinen Plan Richtung WM gemacht.“

Devos weiß, wie hart der Weg nach oben ist und wie schnell man ohne Pferd dasteht. Als Sechsjähriger begann er, wie auch seine Eltern und später sein zwei Jahre jüngerer Bruder Wauters, zu reiten. Schon im Ponylager wurde er auf Côte d‘Or Belgischer Meister und nahm an der EM teil. „Die Juniorenzeit war eine Durststrecke, da fehlte mir das richtige Pferd, bis ich Tequila aufgebaut hatte.“ Mit der Stute folgte als Junger Reiter der nächste nationale Titel und ein EM-Ticket – mit dem Team sprang Platz 4 heraus. „Das war eine besondere Zeit. Ich war erst 20 Jahre alt, mit Abstand der Jüngste – anders als heute – und ritt in Dublin meinen ersten Nationenpreis.“ Nach einer Verletzung von Tequila, mit der die Familie heute noch züchtet, wurde Utopia sein Top-Pferd, ebenfalls selbst ausgebildet. „Wir müssen die Pferde selbst machen, das ist meine wie Dirks Mentalität“, sagt der Belgier.

Dirk, das ist Dirk Demeersman, unter anderem Olympia-Vierter 2004 und Zweiter im Großen Preis von Aachen 2004, der Devos – seit er acht Jahre alt war – bis zum vergangenen Jahr trainierte. „Wir telefonieren immer noch viel, haben einen guten Kontakt“, so Devos, der zu Hause in Bekkevoort gemeinsam mit seiner niederländischen Freundin und Springreiterin Caroline Poels einen Stall betreibt. Bis vor einem halben Jahr arbeitete der 28-Jährige halbtags auf der elterlichen Obstplantage mit, doch „jetzt steht das Reiten im Mittelpunkt“.

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