Peter Weinberg: „Als Zuschauer viel aufgeregter“

Von: rau
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„Da geht‘s lang“: Belgiens Nationaltrainer Peter Weinberg (rechts) im Gespräch mit Pieter Devos. Foto: Thomas Rubel

„Das war schon ein neues Erlebnis. Peter Weinberg schmunzelt. Unzählige Male war zu seiner aktiven Zeit für ihn die deutsche Nationalhymne gespielt worden, auch in Nationenpreisen, von denen er 39 für sein Heimatland ritt. Nur beim CHIO Aachen gehörte der Kohlscheider nie zur deutschen Springequipe.

Als „La Brabançonne – Das Lied von Brabant – für ihn erklang, war das ein „neues Erlebnis“. Seit Januar ist der 64-Jährige Nationaltrainer der belgischen Springreiter und feiert somit quasi seine Aachen-Premiere.

Welche Hymne er wohl heute hören möchte? Weinberg lacht: „Wenn nicht die belgische, dann am liebsten die deutsche.“ Sein Team gehört nach guten Ergebnissen zum erweiterten Favoritenkreis. „Wir sind gut unterwegs“, ist Weinberg zufrieden, dessen Team u. a. beim Heimturnier in Lummen Dritter wurde und zuletzt den Nationenpreis im luxemburgischen Roeser gewonnen hatte. Mit diesem Triumph sicherten sich die Belgier den Wiederaufstieg in die erste Nationenpreis-Division, können nicht mehr von Platz 1 der zweiten Liga verdrängt werden.

Weinberg hatte seine Turnierplanung ganz auf den Wiederaufstieg ausgerichtet – und die Reiter überzeugt, die bereitwillig mitzogen. „Ich bin sehr stolz, es bedeutet uns viel, dass wir in die erste Division zurückkehren“, sagt Weinberg. Diese Arbeit erkennen auch die Reiter an. „Im Moment läuft es sehr gut, der Wiederaufstieg ist der erste Erfolg. Peter musste uns und unsere Pferde ja erst kennenlernen. Er versteht es, eine gute Atmosphäre im Team zu erzeugen, das ist wichtig“, lobt Pieter Devos. Der 31-Jährige lacht: „Wir sind dank Kurt Gravemeier ja schon an deutsche Trainer gewöhnt. Bei uns in Belgien ist es nicht immer so einfach, da tut uns ein Trainer mit deutscher Mentalität gut.“

Weinberg, der dem in den Sattel zurückgekehrten Dirk Demeersman als Nationalcoach folgte, ist sein Amt sehr offen angegangen, hat die Reiter bei der Vorstellung überzeugt. „Wir besprechen alles gemeinsam, die Besetzungen oder auch Startfolge im Nationenpreis“, ist Weinberg seine Aufgabe sehr kommunikativ angegangen. Und bisher gibt der Erfolg ihm Recht.

Am Donnerstag, wenn seine Schützlinge im Nationenpreis antreten, wird er nicht mehr so ruhig sein. „Als Reiter hatte ich ziemlich gute Nerven, war oft der letzte Starter“, sagt Weinberg lachend. „Aber als Trainer kann man nicht mehr eingreifen. Ich weiß, wie eine Distanz geritten werden muss und kann nur zusehen, wenn der Reiter eine andere Entscheidung trifft. Als Zuschauer bin ich aufgeregter, das war schon bei meinen Kindern so und das ist heute bei meinen Reitern so.“

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