Aachen - Michael Brauchle verliert sein stärkstes Gespannpferd

Michael Brauchle verliert sein stärkstes Gespannpferd

Von: Wilhelm Peters
Letzte Aktualisierung:
12524125.jpg
Michael Brauchle startet nach dem Tod seines stärksten Vierbeiners Jamaika mit leicht gedämpften Erwartungen. Foto: Michael von Fisenne

Aachen. Weder er, der Bundestrainer, noch seine Mannschaft stünden in Aachen unter großem Druck, sagt Karl-Heinz Geiger. „Der war bei der Europameisterschaft im letzten Jahr hier in Aachen größer. Und er wird bei der Weltmeisterschaft im September in Breda sicher spürbarer sein als beim CHIO.“

Aachen und anschließend noch die nationale Meisterschaft der Gespannfahrer in Lähden sind die beiden letzten Sichtungen für die WM, für die Geiger dann nominieren wird.

Gesetzt sind Einzel-Europameister Michael Brauchle (Lauchheim-Hülen), Christoph Sandmann (Lähden) und Georg von Stein (Modautal). Das Trio gewann bekanntlich 2015 in Aachen EM-Mannschaftssilber. Die Entscheidung im Einzel war hauchdünn, zunächst wurde Ijsbrand Chardon, der mit Theo Timmerman und Koos de Ronde Team-Gold holte, auch als Einzelsieger genannt, ehe beim Marathon ein Eingabefehler in den Computer korrigiert wurde und Brauchle mit hauchdünnem Vorsprung den Einzeltitel holte.

Diesmal entscheidet sich beim CHIO der Einzel- und Mannschaftssieg wieder laut FEI-Reglement nach dem Kegelfahren am Sonntag.

Ob Europameister Brauchle dann nach seinem ersten Championatssieg 2015 auch erstmals die kombinierte Wertung aus Dressur, Marathon und Hindernisfahren in Aachen für sich entscheidet, bleibt abzuwarten. Der 26-Jährige wirkt eher skeptisch. Das hat seinen Grund. Brauchle: „Die Erwartungshaltung ist groß. Ich gebe mir Mühe, meine Pferde geben sich Mühe, wir wollen ordentliche Leistungen abliefern.“

Wo ist also das Problem? Brauchle schluckt, fährt dann fort: „Mein bestes Pferd im Gespann, Jamaika, ein Oldenburger, hat sich vor einiger Zeit im Stall ohne Fremdverschulden das Genick gebrochen. Das war ein Pferd mit einem unglaublichen Herzen und riesigem Engagement – ganz besonders im Marathon war es extrem stark. Man musste es niemals bitten, es ging von alleine durch die Hindernisse. Und nun fehlt es mir.“

Dafür spannt Brauchle nun Sunny ein, allerdings zu einem erfahrenen Trio, das dann doch hoffen lässt. „Für das Team habe ich ein gutes Bauchgefühl, wir sprechen sehr viel miteinander ab. Ich habe inzwischen gelernt, wie wichtig die Teamarbeit ist – auch für mich selber.“

Der Europameister ist selbstbewusst genug, um mit einem klaren „Ja“ auf die Frage zu antworten, ob denn die Niederländer zu besiegen sind, an die die deutsche Equipe zwar immer näher herangerückt ist, überholt hat sie sie aber noch nicht bei großen Turnieren: „Ich halte das für möglich, wenn alles passt, und auch etwas Glück auf unserer Seite ist.“

Auf konkrete Tipps angesprochen, wird Brauchle aber vorsichtiger. Beim Stichwort Marathon am Samstag sagt er: „Boyd Exell, ich nur vielleicht, der Schweizer Jérome Voutaz ist stark, Christoph Sandmann und Georg von Stein auch.“ In der Gesamteinzelwertung lautet seine Reihenfolge „Boyd Exell, Chester Weber, Ijsbrand Chardon, und wegen meines Marathon-Handicaps kann am Ende die niederländische Mannschaft auch wieder vor uns liegen. Ungarn und die USA sehe ich auch sehr stark.“

Wie schwer es wird, zeigen die Ergebnisse vom Donnerstag. Die Chancen scheinen dahin zu sein . . .

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert