Ejsbrand Chardon: Titel Nummer zwölf soll her zum Jubiläum

Ejsbrand Chardon: Titel Nummer zwölf soll her zum Jubiläum

Von: jan
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Der „ewige Ijsbrand“: Chardon ist Dauergast in der Soers. Foto: Wolfgang Birkenstock

Die Antwort auf die Frage, was Ijsbrand Chardon eigentlich macht, ist mit drei Worten beantwortet: extrem erfolgreich sein. Und das seit 30 Jahren. So lange schon gehört der Niederländer zur absoluten Weltspitze der Vierspänner. „Ich feiere in diese Jahr ein Aachen-Jubiläum“, sagt Chardon, nachdem er sich gemütlich in den Campingstuhl hat fallen lassen, der mitten im Vorzelt seines Wohnwagens steht. „Das ist mein 30. CHIO.“

Alles läuft völlig unkompliziert im Lager der Fahrer in Aachen. Und das, obwohl hier eine Größe des Pferdesports neben der anderen campiert. Boyd Exell, der andere Riese in der Vierspänner-Szene, hat nur einen Steinwurf weit entfernt Lager bezogen. „Hier in Aachen ist die absolute Weltspitze am Start“, sagt der Erfolgsfahrer. „Und deswegen wird es auch niemals langweilig, hier zu gewinnen.“ Damit wäre auch die Frage geklärt, mit welcher Absicht Ijsbrand Chardon in der Soers antritt. Beim 30. Mal Aachen will der Niederländer Sieg Nummer zwölf einstreichen. „Wenn du einmal in Aachen gewonnen hast, dann ist deine Karriere komplett. Also ist meine Karriere sehr komplett.“ Aber noch lange nicht vorbei.

Einfach wird das Unterfangen nicht, Titel Nummer zwölf einzustreichen. „Das Niveau in der Weltspitze ist immer besser geworden.“

Wie der Niederländer das in seinem Campingstuhl sitzend locker erzählt, klingt es so, als ginge es leicht von der Hand, bei den Vierspännern über drei Jahrzehnte zur Weltspitze zu gehören. Auf die Frage, was man tun muss, um oben zu sein, lächelt der 52-Jährige. „Du musst extrem vielseitig sein“, lautet seine Kurzzusammenfassung.

Der Fahrer brauche ein Auge für Pferde. „Es ist unglaublich schwer, ein Pferd zu finden, dass die richtige Kombination hat und deshalb in dein Gespann passt.“ Es braucht Talent, eine gute Grundausbildung und die Bereitschaft, gerne zu arbeiten. „Wenn ich das Pferd immer wieder antreiben muss, dann hat es keinen Sinn. Das Pferd muss den Willen mitbringen.“

Zehn gut ausgesuchte Tiere pro Jahr kauft Ejsbrand Chardon. Sie alle erfüllen die Grundvoraussetzungen. „Davon schafft es vielleicht eins in unser Gespann“, berichtet der elffache Aachen-Sieger. Das letzte Kriterium für die Aufnahme ins Gespann klingt menschlich. „Das Pferd muss sich gut mit den anderen verstehen. Wenn sie sich nicht leiden können, dann funktioniert es nicht. Das ist wie bei Fußballern. Wenn die sich in einer Mannschaft nicht wohlfühlen, dann rufen sie ihre Leistung nicht ab.“

Die Suche nach guten Pferden läuft das ganze Jahr über. Scouting wie im Fußball. Chardon erklärt, dass er häufig Tiere im Alter von etwa sechs Jahren kauft, die über eine gute Ausbildung in Sachen Dressur verfügen. „Dann dauert es noch einmal zwei bis drei Jahre, bevor die Pferde wirklich alles gelernt haben, was im Gespannfahren notwenig ist.“

Auch das Vertrauensverhältnis Fahrer Pferd muss passen. „Du musst wissen, ob das Pferd vor dem Wettkampf lieber geritten wird, einfach etwas spazieren will oder lieber einige Runden an der langen Longe trabt.“ Selbstredend müssen auch die Teammitglieder, die weniger als vier Beine haben, passen. „Genau das ist es, was für mich den Reiz ausmacht. Du musst so vielseitig sein“, schwärmt der Niederländer von seiner Disziplin. Das zeigen auch schon die drei Einzeldisziplinen, die beim Gespannfahren absolviert werden müssen: Dressur, Marathon und der Hindernisparcours.

Das Ergebnis: Elf Einzeltitel in Aachen, elf Siege mit der Mannschaft, mehrfacher Weltmeister und 19facher Meister in seinem Heimatland. Das hat was zu bedeuten. Denn das Oranje-Team gehört bei den Gespannfahrern zur absoluten Weltspitze. „Es ist kein Zufall, dass bei den großen Wettbewerben meistens drei Niederländer unter den besten Sechs sind. Unser Land ist verrückt nach Gespannfahren.“

Trotz des großen Ehrgeizes, mit dem Ejsbrand Chardon in Aachen an den Start geht, lässt er beim CHIO hin und wieder auch die Seele baumeln. „Das hier ist das beste Turnier der Welt. Da lohnt es sich, hin und wieder einfach die Atmosphäre aufzusaugen.“ 

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