Lange Gesichter: Deutsche reiten hinterher

Von: Michael Rossmann, dpa
Letzte Aktualisierung:
Chio Aufmacher
Meredith Michaels-Beerbaum überspringt mit ihrem Pferd Shutterfly beim Preis von Europa ein Hindernis. Mit vier Fehlerpunkten kann sie sich nicht für das Stechen qualifizieren. Foto: dpa

Aachen. Erschrockene Gesichter bei den Reitern, Enttäuschung beim Bundestrainer: Die deutschen Starter blieben auch am zweiten Tag des CHIO in Aachen ohne Sieg. „Das haben wir uns natürlich ganz anders vorgestellt”, sagte Bundestrainer Otto Becker nach dem Preis von Europa, den die US-Amerikanerin Beezie Madden gewann.

Bereits mit Blick auf den Nationenpreis am Donnerstag warnte der Coach vor der Gefahr des Abstiegs aus der Nations-Cup-Serie: „Es steigen dieses Jahr vier ab. Das ist brisant.”

13 deutsche Springreiter versuchten beim zweitwichtigsten Einzelspringen des CHIO am Mittwoch den Sprung in das Stechen, alle scheiterten. „Das ist natürlich eine Enttäuschung, bei 13 Startern keinen Nuller zu haben”, kommentierte Becker. „Hoffentlich haben wir uns das für den Nationenpreis aufgehoben.”

Die deutschen Reiter mussten bei den entscheidenden Runden des Preises von Europa zuschauen, wie die Gäste den Sieger unter sich ausmachten. Die 46-jährige Madden setzte sich nach fehlerfreiem Ritt mit Coral Reef in 48,27 Sekunden vor Rolf-Göran Bengtsson (Schweden) mit Ninja (50,07) und Harrie Smolders (Niederlande) mit Oliver Q (55,02) durch.

Das Stechen verpasste auch Meredith Michaels-Beerbaum (Thedinghausen), die mit Shutterfly Elfte wurde. Sie war indes zufrieden war, weil der Wallach den Test bestand und nur „einen leichten Fehler” machte. „Mein Traum ist es, mit Shutterfly am Sonntag noch einmal den Großen Preis zu reiten, das ist jetzt der Plan”, kommentierte Michaels-Beerbaum. Sie ist als WM-Dritte automatisch qualifiziert.

„Ich bin ganz glücklich, denn er fühlte sich top an”, sagte Michaels-Beerbaum über ihren 17 Jahre alten Wallach, dessen Karriere sich dem Ende entgegen neigt. Aufgrund seines Alters kommt Shutterfly nicht mehr für die WM infrage kommt. „Ich will ihn nicht mehr pushen”, erklärte die ehemalige Nummer eins der Welt, die nach ihrer Babypause wieder angreift.

Im vorherigen Springen hatte ebenfalls einer der Gäste gewonnen und Marcus Ehning klar abgehängt. Beim Auftakt am zweiten Turniertag siegte der Brasilianer Bernardo Alves in einer Prüfung für Nachwuchspferde mit Canturada nach fehlerfreiem Ritt in 71,95 Sekunden vor Ehning (Borken) mit Campbel (75,98).

Der Bundestrainer schaute bereits auf das Mannschaftsspringen am Donnerstag, für das er erstmals Janne-Friederike Meyer (Schenefeld) sowie Ludger Beerbaum (Riesenbeck), Marcus Ehning (Borken) und Marco Kutscher (Riesenbeck) nominiert hat. Becker mahnte vor der sechsten von acht Station des Nations Cups zur Vorsicht, weil vier der zehn Mannschaften in der wichtigsten Serie für Nationalmannschaften abstiegen. Sein Team liegt vor dem Springen in Aachen auf Rang vier.

„Die Schweizer und die Holländer sind derzeit auf Abstiegsplätzen”, sagte der Coach. „Alle, die wackeln, werden bei den letzten Turnieren ihre besten Paare an den Start bringen. Da muss man gegenhalten. Das verlangt volle Konzentration.” Nach Aachen gibt es noch die Nations-Cup-Turnier im englischen Hickstead und in Dublin.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert