„Kämpfernatur”: Werth-Comeback nach Doping-Sperre

Von: Michael Rossmann, dpa
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Chio Werth
Der Star ist wieder da: Nach ihrer Doping-Sperre reitet Dressur-Ass Isabell Werth in Aachen erstmals wieder im Nationalteam.

Aachen. Der Star ist wieder da: Nach ihrer Doping-Sperre reitet Dressur-Ass Isabell Werth in Aachen erstmals wieder im Nationalteam. In ihrer Abwesenheit hat sich einiges getan - bei ihr persönlich, in der Dressur selbst und in der deutschen Equipe. Vor einem knappen Jahr war Isabell Werth nicht anwesend, aber dennoch eine Art Hauptdarstellerin in Aachen.

Kurz vor dem prestigeträchtigen CHIO war „die Bombe eingeschlagen”, wie Reitverbands-Präsident Breido Graf zu Rantzau den Dopingfall der erfolgreichsten Dressurreiterin der Welt nannte. Die Schockwellen erschütterten den Reitsport, und das renommierte Turnier in der Aachener Soers war das Epizentrum. Jetzt ist der Star wieder da. Die Strafe ist abgesessen - und Werth gibt ihr Comeback in der Nationalmannschaft.

„Sie hat uns sehr gefehlt”, sagte Bundestrainer Holger Schmezer vor dem Auftakt der Aachener Dressur-Wettbewerbe am Mittwoch. „Sie ist eine Kämpfernatur”, charakterisierte der Coach seine mit Abstand beste Reiterin. So hatte sich die fünfmalige Olympiasiegerin auch nach der positiven Probe bei ihrem Mittelklasse-Pferd Whisper gezeigt: kämpferisch. Aber auch ein wenig uneinsichtig. Werth wollte nicht wahrhaben, oder zumindest nicht öffentlich zugeben, dass es ein schwerer Fehler war, einem Tierarzt zu vertrauen, der die verbotene Substanz Fluphenazin benutzt.

Der Dopingfall Werth lag wie ein dunkler Schatten auf dem letztjährigen CHIO. Inzwischen ist alles aufgearbeitet, die Regeln und Bedingungen sind für alle Reiter verschärft worden. Und mit der verbandsinternen Sperre von zwölf Monaten für das Nationalteam ist nun die letzte Strafe abgesessen. Die 40-Jährige aus Rheinberg ist wieder Mitglied im A-Kader und wurde vom Bundestrainer sofort für die CHIO-Equipe nominiert.

„Natürlich freue ich mich, wieder im Championatskader zu sein - auch wenn ich mich sportlich eigentlich nie wirklich weg gefühlt habe”, sagte Werth. Als Einzelreiterin darf sie bereits seit einem halben Jahr wieder Wettbewerbe bestreiten, da die Sperre des Weltverbandes FEI nur ein halbes Jahr betrug.

„Es war eine harte Zeit für Isabell, ich habe ja gemerkt, wie sie gelitten hat”, sagte Madeleine Winter-Schulze, die Besitzerin der von Werth geritten Pferde. Es war zugleich eine Zeit des Umbruchs. Persönlich für Werth mit der Geburt ihres Sohnes, der sie nun zu jedem Turnier begleitet. Und sportlich mit der endgültigen Wachablösung in der Dressur durch die Niederländer, die derzeit alles gewinnen, was zu gewinnen ist.

Mit der Rückkehr von Werth ändert sich das nicht. Beim CHIO gelten die Niederländer um Edward Gal mit seinem Wunderpferd Totilas als genauso unschlagbar wie im Herbst bei der WM. Den Umbruch verdeutlicht auch die Zusammensetzung des deutschen Teams. Neben Werth hat der Bundestrainer eine ungewöhnliche Mischung nominiert.

Der 25-jährige Matthias-Alexander Rath (Kronberg) mit Sterntaler ist der Youngster im Team, hat aber bereits EM-Erfahrung und ritt bereits im CHIO-Team. Anders als die 38-jährigen Anabel Balkenhol (Rosendahl) mit Dablino und der 34 Jahre alten Christoph Koschel (Hagen a.T.W.) mit Donnperignon, die am Donnerstag ihre Aachener Premiere in der Nationalmannschaft feiern.
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