„Ich mache lieber meine eigenen Sachen”

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Optimistischer Blick durch die Hecke: Michael Jung ist der Favorit auf den Sieg in der Vielseitigkeit. Foto: Michael von Fisenne

Aachen. Er ist aktuell das Maß in der Welt der Buschreiter. „Der räumt sowie alles ab”, stützt Teamkollege Frank Ostholt diese Einschätzung. Michael Jung ist der Shooting-Star dieses Jahres in der Vielseitigkeit und macht der Soers erstmals seine Aufwartung.

„Es ist hier eine unglaubliche Atmosphäre”, musste sich der 28-Jährige am Freitag noch an die Rahmenbedingungen gewöhnen. Am Samstag, wenn die abschließende Geländeprüfung beendet ist, will Jung wieder einmal ganz oben auf der Ergebnisliste stehen. Es wäre das dritte Mal in Folge in einer Drei-Sterne-Konkurrenz und würde ihn endgültig zum Top-Favoriten auf den WM-Titel in zweieinhalb Monaten in Kentucky stempeln.

Gegen solche Einschätzungen wehrt sich Jung auch nicht. „Das bestätigt einen, dass man auf dem richtigen Weg ist”, sagt der Pferdewirtschaftsmeister aus dem württembergischen Horb. „Erfolg treibt mich an.” Den strebt er in Aachen mit seinem Zweitpferd River of Joy an, sein Partner für die WM ist Sam. Der ist im elterlichen Reitstall in Horb.

Doch allein der Erfolg ist Michael Jung nicht genug. „Man muss immer dran arbeiten und selbstkritisch sein. Egal, ob man gewonnen hat oder Fünfter geworden ist”, sagt er und betont: „Perfekt ist noch lange nichts.” Jung bildet seine Pferde selbst aus. Nebenbei startet er auch in Dressur- und Springprüfungen. Doch er möchte die Vielseitigkeit um nichts in der Welt gegen eine dieser Sparten eintauschen. „Da hast du mehr Abwechslung.”

Michael Jung ist seit zehn Jahren als Profi in der Szene unterwegs. Sein bisher größter Erfolg war die Bronzemedaille im letzten Jahr bei den Europameisterschaften in Fontainebleau. Und der Durchbruch zur absoluten Weltspitze gelang ihm in diesem Jahr. Zuletzt gewann er die Weltcups im schwäbischen Marbach und im polnischen Strzegom. Damit sprang Jung auch an die Spitze der Weltcup-Gesamtwertung und auf Position 14 der Weltrangliste. Die Distanz nach ganz oben, wo der Niedersachse Andreas Dibowski thront, wird immer kleiner.

Vertrauen in sich und die Pferde

Kein Wunder, dass Michael Jung mit dem Verlauf der Saison äußerst zufrieden ist. „Das Jahr war bisher schon richtig gut. Wenn es so weiterläuft, dann bin ich zufrieden”, glaubt er nicht an einen Leistungsknick. Dazu hat er zu viel Vertrauen in sich und seine Pferde.

Auf die Konkurrenz in Aachen hat er sich wie gewohnt vorbereitet. Beim Briefing hat er sich durch Vater Johannes vertreten lassen. „Mein Papa ist da meistens dabei”, erklärt Michael Jung. „Ich halte mich da zurück und mache lieber meine eigenen Sachen.”

Auch als die offizielle Geländebesichtigung stattfand, fehlte er. Jung arbeitete zu diesem Zeitpunkt mit seinen Pferden. „Ich gehe die Strecke lieber einige Male allein ab”, sagt er. „Bis Samstag habe ich mich mit dem Gelände vertraut gemacht.”

Doch bevor es morgen ab 10.30 Uhr über die Hindernisse geht, müssen heute Dressur (8.30 Uhr) und Springen (17.30 Uhr) absolviert werden. „Da kann viel passieren”, weiß Jung. „Aber wenn man im Gelände an einem Hindernis vorbeiläuft, dann kannst du schon im Schritt nach Hause reiten.” Um das zu verhindern, wünscht sich Jung ab heute „ordentliches Wetter” und „gute Laune” seines Pferdes.
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