Werth wird wieder zur Jägerin

Von: rau
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Es grüßen die Nationenpreis-Sieger: Hubertus Schmidt (v.l.), Dorothee Schneider, Isabell Werth und Sönke Rothenberger. Foto: Thomas Rubel
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Gekontert: Laura Graves und Verdades halten diesmal auch Isabell Werth in Schach. Foto: Uwe Anspach

Aachen. Freundlich lächelnd beantwortete Laura Graves die Fragen. Das hatte zwei Tage zuvor nach dem Grand Prix noch anders ausgesehen, als die US-Amerikanerin mit einem etwas sparsamen Gesichtsausdruck ihren zweiten Platz im Grand Prix kommentierte.

Am Samstag strahlte sie – quasi von der Spitze herab. Denn mit Verdades und 81,824 Prozentpunkten hatte die Hairstylistin soeben Grand-Prix-Siegerin Isabell Werth (Rheinberg; 81,059) mit Weihegold um 0,765 Punkte im Spécial geschlagen. Dritter wurde Sönke Rothenberger (Bad Homburg; 78,314) mit Cosmo.

„Mein Pferd ist eine perfekte Prüfung gegangen. Im Grand Prix war das Stadion noch etwas schwierig für ihn, aber diesmal konnte ich ihn richtig gut reiten“, freute sich die 29-Jährige. Am Sonntag in der Kür darf sie sich auf einen echten Fight freuen. Schon in der Final-Kür des Weltcups triumphierte Werth mit fünf Prozentpunkten Vorsprung, Sonntag wird sie Weihegold tanzen lassen – da muss man kein Prophet sein.

„Ich bin nicht unglücklich. Im Grand Prix ist Weihegold brillant gegangen, aber das war heute ihr erster Spécial seit Rio“, kommentierte die seit Freitag 48-jährige Werth. Ihre Rappstute hatte nicht so stark begonnen wie noch zwei Tage zuvor. Die erste Piaffe fiel sparsam aus, und spätestens der Fehler in den Zweierwechseln, für den es im Schnitt nur eine 4,6 gegeben hatte, ließ die Siegträume platzen, da Graves fehlerlos ritt.

„Ich hatte mich in der Weltcup-Saison auf die Kür konzentriert. Platz zwei ist kein Drama, ich weiß nun, woran ich vor der Europameisterschaft arbeiten muss“, nahm Werth die Niederlage sportlich und den Fehler in den Galoppwechseln auf ihre Kappe. „Ich muss im Spécial wieder mehr Vertrauen aufbauen.“ Und mit Blick auf Graves: „Ich bin heiß darauf, die Kür zu gewinnen.“ In der wird am Sonntag der Große Dressurpreis von Aachen entschieden, den Werth bereits zehn Mal – zuletzt 2008 mit Satchmo – gewinnen konnte.

Trotz des starken Auftritts von Graves konnte die amerikanische Equipe mit 450,329 Punkten den Sieg der deutschen Konkurrenz (471,646) im Nationenpreis nicht verhindern. Rang drei ging an Schweden (437,035).

Ganz stark hatte Rothenberger seine Runde begonnen, bis Cosmo sich im starken Schritt erschreckte. „Ich weiß auch nicht, wieso“, meinte der Reiter, der sich aber nicht über sein Pferd, sondern – mit Blick auf den Fehler in den Einerwechseln – nur über sich selbst ärgerte. „Nach der Schrecksekunde war Cosmo aber schnell wieder auf meiner Seite.“ Dorothee Schneiders (Framersheim) trug auf Sammy Davis jr. mit 75,216 Prozent und Rang sechs zum Teamerfolg bei. „Ich bin sehr stolz auf mein Pferd, das vor vier Monaten international noch ein Nobody war. Wir sind seit März auf einem sehr guten Weg“, so die Team-Olympiasiegerin, deren „Erstpferd“ Showtime verletzt ausfiel.

„Verlierer“ im deutschen Team war Hubertus Schmidt (Borchen), dessen Imperio nach zahlreichen Fehlern mit 69,451 Prozent nur auf Platz 19 landete. „Ich weiß wirklich nicht, woran es gelegen hat, auch wenn ich zufriedener als noch im Grand Prix bin. Imperio war zuletzt immer so konstant gegangen. Natürlich ist das eine riesige Enttäuschung.“

Und das Ende der EM-Hoffnung, denn nach dem Sieg im Grand Prix der CDI-Tour hatte Helen Lagehanenberg (Havixbeck) mit Demsey im Spècial hinter Werth und Emilio mit 76,686 Prozent Platz zwei belegt. Der Dressurausschuss und Bundestrainerin Monica Theodorescu mussten nicht lange beraten: Zum EM-Team gehören Werth/Weihegold, Rothenberger/Cosmo, Schneider/Sammy Davis jr. und Langehanenberg/Demsey. Als Ersatz halten sich Schmidt/Imperio bereit.

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