Sieg als Coach fehlt noch in Aachen

Von: rau
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Taktikbesprechung: Bundestrainer Otto Becker (links) und Ludger Beerbaum besichtigen den Parcours bei der EM 2015 in Aachen. Foto: imago/Eibner
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Top unterwegs: Sandra Auffarth auf Opgun Louvos, hier bei der EM. Foto: Imago/Eibner
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Elegant und akrobatisch: Die Voltigierer eröffnen am Freitag den CHIO. Foto: imago/Rau
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Auf dem direkten Weg nach Rio? Isabell Werth und Weihegold. Foto: Imago/Lafrentz

Ob das ein gutes Omen für Otto Becker ist? Nur als Reiter hat der 57-Jährige den Nationenpreis beim CHIO Aachen gewonnen, nicht jedoch seit 2009, seit er Bundestrainer ist. Zuvor hatten die deutschen Springreiter sogar drei Mal in Folge gewonnen.

„Ich würde auch gerne als Trainer in Aachen gewinnen. Aber Druck mache ich mir keinen. Mein niederländischer Kollege Rob Ehrens aus den Niederlanden ist schon viel länger Bondscoach als ich. Und seinen Heim-Nationenpreis in Rotterdam hat er auch noch nie gewinnen können“, sagte Becker noch Mitte Juni. Doch schon eine Woche später triumphierte das Oranje-Team in Rotterdam. Mit Christian Ahlmann, Ludger Beerbaum, Daniel Deußer, Marcus Ehning und Meredith Michaels-Beerbaum hat Becker eine erfahrene Equipe berufen, die auch bei Olympia in Rio an den Start gehen soll.

Apropos Oranje: Das niederländische Team ist Welt- und Europameister, Jeroen Dubbeldam holte zudem die Einzeltitel. In Aachen ist der 43-Jährige nicht am Start, zuletzt zeigte sich sein Top-Pferd Zenith nicht in Top-Form. Der Brite Scott Brash, 2015 Sieger im „Großen Preis von Aachen“ und erster Gewinner des mit einer Million Euro dotierten Grand-Slams, ist zwar wieder in der Soers dabei, nicht aber sein vierbeiniger Partner Hello Sanctos. Er hatte sich Anfang der Saison verletzt, daher verpasste Brash auch den Sprung ins britische Olympia-Team.

Die eine Million Euro im Rolex-Grand-Slam winkt nun Steve Guerdat, der in Genf gewann. Doch die Konkurrenz des Schweizers in Aachen ist groß: der Weltranglisten-Erste Simon Delestre (Frankreich), Vize-Europameister Gregory Whatelet (Belgien), Michael Whitaker (Großbritannien), Rodrigo Pessoa (Brasilien) und das deutsche Team – um nur einige zu nennen.

In der Dressur wäre alles andere als ein Sieg für Kristina Bröring-Sprehe, Sönke Rothenberger, Dorothee Schneider und Isabell Werth eine Enttäuschung. Denn: Team-Europameister Niederlande – im Nachbarland findet zeitgleich das nationale Championat statt –, Doppel-Europameisterin Charlotte Dujardin (Großbritannien) und die EM-Kür-Dritte Beatrice Ferrer-Salat (Spanien) gehen der deutschen Konkurrenz mit Blick auf Rio aus dem Weg. Interessant ist die Konkurrenz: u. a.mit Morgan Barbancon, die Nadine Capellmanns früheres Pferd Girasol vorstellt, dem US-Amerikaner Steffen Peters, der in Rio reitet, oder erstmals einer Equipe aus Japan.

Das deutsche Quartett startet mit gewaltigen Vorschusslorbeeren. „Wir haben alle bei der DM über 80 Prozent geritten, ein so starkes Team hatten wir noch nie“, durfte Sönke Rothenberger, mit gerade 21 Jahren erstmals im Team, zu Recht sagen. Ein Sieg ist daher Pflicht. „Wir konzentrieren uns jetzt voll auf den CHIO . Aber ganz klar: Das große Ziel nach Aachen ist Gold mit der Mannschaft in Rio“, kann auch Dressur-Bundestrainerin Monica Theodorescu angesichts der wiedererstarkten Reiter nicht auf Understatement machen.

Seit 2008 führend

Auch in der Vielseitigkeit wäre alles andere als ein Sieg der Deutschen eine echte Enttäuschung. Seit 2008 räumen die Eventer bei Championaten Medaillen ab, und beim CHIO musste man sich bisher nur 2011 Großbritannien im 2007 eingeführten Nationenpreis beugen. Bundestrainer Hans Melzer berief Doppel-Olympiasieger und -Europameister Michael Jung, Ingrid Klimke, Andreas Ostholt und Dirk Schrade ins Team. Doppel-Weltmeisterin Sandra Auffarth und Bettina Hoy starten einzeln. Und alle kämpfen – wie die Dressurreiter – noch um die Tickets nach Rio.

Auffarth gewann 2014 die Einzelwertung in Aachen. Neben den eigenen Teamkollegen gehören Christopher Burton (Australien), der 2012 und 2013 in Aachen siegte, Mark Todd (Neuseeland) oder auch Zara Tindall (Großbritannien), die 2006 bei der WM in Aachen unter ihrem Mädchennamen Phillips siegte, zur Konkurrenz.

An den Leinen wird die von Boyd Exell und Ijsbrand Chardon angeführt. Der Australier gewann die Einzelwertung der Vierspänner sechs Mal, der Niederländer gar elf Mal – zuletzt allerdings 2008. Dafür gewannen die Niederländer zuletzt acht Mal in Folge den Nationenpreis. Das Team geht angeführt von Europameister Michael Brauchle mit Christoph Sandmann und Georg von Stein ins Rennen. Auch Chester Weber (USA), 2014 Sieger, ist dabei. Ende August gibt es für alle ein Wiedersehen bei der WM in Breda.

Bereits heute eröffnen die Voltigierer den CHIO Aachen. Angeführt von Europameister Jannis Drewell und Vize-Europameisterin Corinna Knauf schickt Bundestrainerin Ulla Ramge ein starkes Team ins Rennen, das noch um die Tickets für die WM in Le Mans Mitte August kämpft.

Und die nackten Zahlen zum Schluss: 403 Reiter, Fahrer und Voltigierer aus 29 Nationen mit 450 Pferden – 924 inklusive Schaubild-Vierbeinern – kämpfen um 2,7 Millionen Euro Preisgeld.

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