Pedro Veniss: Keine Chance auf den großen Zahltag

Von: Benjamin Jansen
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In Genf gewonnen, am Sonntag in Aachen nur Zuschauer: Pedro Veniss. Foto: Thomas Rubel

Aachen. Wenn die Turnierwoche so gelaufen wäre, wie es von Pedro Veniss geplant war, dann hätte der Brasilianer am Sonntag nicht auf der Tribüne des Hauptstadions Platz genommen; er hätte im Sattel von Quabri gesessen und wäre beim Großen Preis von Aachen um den Sieg geritten.

40.000 Zuschauer hätten seinen Auftritt ganz genau verfolgt, denn der 34-Jährige hätte als Gewinner des Rolex-Grand-Prix‘ von Genf die Chance gehabt, seinen zweiten Erfolg auf dem Weg zum Grand-Slam-Titel einzufahren. Und bei einem Sieg neben dem Preisgeld (330.000 Euro) auch noch einen Zuschlag von 500.000 Euro zu erhalten.

Dass es der Platz auf der Tribüne wurde, lag daran, dass sich Veniss nicht für das wichtigste Springen in der Soers qualifiziert hatte.

Das Reglement sieht vor, dass beim Großen Preis nur Reiter starten dürfen, die im Preis von Europa, im Nationenpreis und im Preis von Nordrhein-Westfalen genug Punkte gesammelt haben. Die Zahl der Qualifizierten wiederum ist abhängig von den Athleten, die vorqualifiziert sind, wenn sie eine Einzelmedaille bei einem großen Turnier gewonnen haben (Olympische Spiele, WM oder EM) oder in den vergangenen zwölf Monaten bei einem sogenannten Fünf-Sterne-CSIO-Turnier als Sieger aus dem Parcours kamen.

Der Triumph in Genf hatte Veniss nicht ins Teilnehmerfeld für den Großen Preis von Aachen gespült, da es sich bei diesem Grand Prix „nur“ um ein CHI handelt, also ein Turnier ohne Nationenpreis. Und das Thema Qualifikation hatte sich für den Brasilianer erledigt, bevor es richtig begonnen hatte: Da sich sein Weltklasse-Pferd Quabri am Mittwoch eine Entzündung im Bein zugezogen hatte und das Duo schon gehandicapt beim Preis von Europa antrat, verzichtete Veniss auf einen Start beim Preis von NRW – und somit auch auf die Chance, sich für den Großen Preis zu qualifizieren.

Traum geplatzt

Die Enttäuschung über den „freien“ Sonntag konnte Veniss nicht verbergen: „Schon als kleines Kind habe ich davon geträumt, hier in Aachen zu starten. Am Donnerstag haben wir deshalb nochmal getestet, ob es vielleicht doch bei Quabri geht. Am Freitag habe ich aber gemerkt, dass es keinen Sinn ergibt.“

Um sich die Chance auf den großen Zahltag zu erhalten, hätte Veniss, der zusammen mit seinem Landsmann Cassio Rivetti einen Stall in Belgien betreibt, einen anderen Vierbeiner satteln können, aber „ich habe kein weiteres Pferd, dass die Qualifikation geschafft hätte. Und selbst wenn: Im Großen Preis hätten wir eh keine Chance gehabt.“ Dafür hätte er wie in Genf Quabri gebraucht – selbstverständlich in Topform. Denn seine Kontrahenten wären auch in diesem Jahr wieder die besten Reiter der Welt gewesen.

Der Brasilianer hofft auf ein Happy End beim CHIO 2018. Pedro Veniss sagt: „Mein Ziel ist es, nächstes Jahr beim Großen Preis von Aachen anzutreten.“ Und dann – wenn überhaupt – nur in den Pausen auf der Tribüne Platz zu nehmen.

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