Neue App: Selbst den Richter spielen

Von: Christoph Pauli
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So sieht sie aus: Mit der Judging-App“ können die Zuschauer die Ritte bewerten.

Selbsternannte Trainer finden sich in den Fußball-Stadien immer tausende – Menschen, die in der Gewissheit leben, es denn besser zu können. Man müsste sie nur fragen. Der Aachen-Laurensberger Rennverein (ALRV) fragt jetzt die Besucher, besser: Er bietet ihnen an, sich einzubringen.

Nun ist der Besucher einer Dressurveranstaltung vielleicht etwas zurückhaltender als ein Stehplatzbesucher im Ruhrgebiet. Und deswegen gibt es fortan die Möglichkeit, sich eher leise, aber nicht unbemerkt einzubringen. Mit dem Softwaregiganten SAP haben die Veranstalter des CHIO Aachen eine „Judging- App“ entwickelt – ein Anwendungssoftware für Mobilgeräte, mit der die Fans beim Voltigieren und in der Dressur selbst urteilen können. Sie bewegen sich in einer Parallelwelt zu den hauptamtlichen Punktrichtern. Sie geben ihre Eindrücke weiter, die auf den Ergebnistafeln eingeblendet werden.

„So haben wir einen Sieger der Richter und einen Sieger der Herzen“, sagt Turniervermarkter Michael Mronz. „Mit der ,Judging App‘ zeigen wir, dass die Meinung des Zuschauers zählt, aber nicht erzwungen wird. Er kann sich nach Belieben interaktiv einbringen, wenn er möchte“, sagt Mronz.

Die CHIO Aachen-App lässt sich kostenlos in den einschlägigen Stores für iPhones, iPads und Android-Handys herunterladen. Die Nutzer können selbst entscheiden, ob sie als „Profis“ oder „Amateure“ die Piaffen und Galoppwechsel bewerten wollen.

Dressurreiter Matthias Alexander Rath (Kronberg) jedenfalls will sich die App gleich mal anschauen. „Ich habe zwar nicht die Absicht, sechs Stunden lang mitzuwerten“, sagt der deutsche Equipe-Reiter. „Aber mich interessiert die Neuheit schon sehr.“ Und auch die deutsche Dressur-Bundestrainerin Monica Theodorescu ist gespannt auf das neue Spielzeug. „Das Aachener Publikum ist ja sehr fachkundig“, sagt sie. „Ich bin neugierig auf das Urteil.“

Die Digitalisierung des Turniers schreitet voran. Seit drei Jahren bietet die höchstdotierte Sportveranstaltung Deutschlands den Besuchern bereits ein kostenloses W-Lan-Netz. Wer will, kann sich damit gleich auf die Homepage einwählen und einen virtuellen Kameraflug über das Gelände starten. Per App oder unter www.chioaachen.de/de/lageplan können Informationen über die Aussteller gefunden werden. Das Turnier soll nicht nur das Mekka für Reiter sein, „wir möchten auch digitaler Vorreiter für neue Kommunikationsformen sein“, sagt Mronz.

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