In der Vielseitigkeit ist Deutschland eine Klasse für sich

Von: Ute Steinbusch
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Nicht zu schlagen: Vielseitigkeitsreiterin Ingrid Klimke und Hale Bob triumphieren in Aachen. Foto: Wolfgang Birkenstock

Aachen. Besser hätte es für die deutschen Vielseitigkeitsreiter fast nicht laufen können, wäre da nicht dieser Shane Rose gewesen. Der Australier nutzte die minimale Zeitstrafe von Sandra Auffarth im Geländeritt und schob sich noch auf den dritten Platz zwischen die Siegerin Ingrid Klimke (Münster), den zweitplatzierten Michael Jung (Horb) und die amtierende Weltmeisterin aus Ganderkesee.

Platz eins, zwei und vier im Einzel, dazu der souveräne Erfolg in der Mannschaftswertung. „Ich glaube, wir haben gezeigt, dass wir definitiv genug Energie für die EM haben“, sagte Gewinnerin Klimke. Die Titelkämpfe finden im August in Polen statt.

Die von Bundestrainer Hans Melzer geforderte Mission, wieder die beste Nation beim CHIO in Aachen zu sein, nachdem seine Mannschaft sich im vergangenen Jahr mit Platz zwei hinter den Australiern hatte begnügen müssen, war nie in Gefahr. Diesmal landeten die Australier auf dem Silberrang, angeführt von Rose. „Es ist keine Schande, Platz zwei hinter den Deutschen zu belegen. Dieses Team ist seit Jahren nicht aufzuhalten“, sagte der 44-Jährige. Er nahm nur Positives mit nach Hause: „Ich freue mich total und bin dankbar, hier in Aachen reiten zu können. Die Bedingungen, wie sich um uns gekümmert wurde – ich wünschte, es gäbe mehr Turniere wie dieses auf der Welt.“

Damit hatte er den Nerv getroffen, den auch Bundestrainer Melzer verspürte: „Ich hatte im Vorfeld damit gerechnet, dass der diesjährige Kurs für die Reiter schwieriger wäre, sie mehr Fehler und Zeitstrafen kassieren würden. Aber der Boden war so unglaublich gut, dass ein höheres Tempo möglich war, ohne Verletzungen zu riskieren.“ Turnierdirektor Frank Kemperman griff den Faden auf und schilderte, dass man sich vor Wochenfrist noch erhebliche Mühe mit dem Geläuf gegeben habe, da es zuvor so wenig geregnet hatte. Und dann der Wolkenbruch zu Wochenbeginn – vielleicht etwas zu viel des Guten. Schließlich gelang es, den Reitern und Pferden die besten Bedingungen zu bereiten.

Der Kampf ums EM-Ticket

Einfach nur noch begeistert war Josefa Sommer, die „ihre deutschen Helden“ im Team komplettierte. In der Dressur hätten die Richter für ihren Geschmack noch ein paar Prozente mehr geben können, denn der auf dem elterlichen Hof selbst gezogene Hamilton hatte seiner Reiterin in der Prüfung alle Möglichkeiten gegeben zu glänzen. Im Springen leistete sich Sommer keinen Patzer und kassierte letztlich im Gelände nur Zeitfehler. Am Ende stand für sie Rang 13 zu Buche. Damit komplettierte sie das hervorragende Mannschaftsergebnis. „Josefa war im Gelände unser Pathfinder, und das hat sie super gemacht“, lobte Hans Melzer.

Sein Lob macht Hoffnung auf mehr: Die Amateurin Sommer ist eine von vier Anwärtern auf zwei bislang noch nicht vergebene Tickets für die Europameisterschaften. Während Sommers Konkurrentin Leonie Kuhlmann nach einem Sturz kurz vor dem Ziel ausschied, landete Andreas Ostholt nach Zeit- und Hindernisfehlern im Gelände nur auf Rang 27 der Gesamtabrechnung. Besser lief es für den vierten Anwärter auf den EM-Startplatz: Kai Rüder belegte drei Plätze vor Sommer den zehnten Rang.

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