Aachen - In der Soers tickt fröhlich der Countdown

In der Soers tickt fröhlich der Countdown

Von: Christoph Pauli
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Es ist angerichtet: Turnierdirektor Frank Kemperman (links) erwartet ab Freitag die weltbesten Reiter auf dem ALRV-Gelände. Am Montag machten Ludger Beerbaum (von links), Murat Oz (Turkish Airlines), Matthias Rath, Temel Kotil (Turkish Airlines), Präsident Carl Meulenberg, Michael Mronz und Yigit Bilge Avci (Turkish Airlines) einen Rundgang. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Ein bisschen froh war Ludger Beerbaum, dass er am Montag nicht ins Aachener Rathaus sollte. Nicht, dass er das gotische Bauwerk nicht schätzt, aber statt ins städtische Wohnzimmer steuerte der Springreiter dann lieber sein „Wohnzimmer“ an.

So liebevoll nennt er die Anlage des Aachen-Laurensberger Rennverein (ALRV). Mitten im Parcours saß die Nummer 3 der Weltrangliste und schmiedete Pläne. Am Sonntag nächster Woche wird just an dieser Stelle der Große Preis von Aachen ausgetragen. Beerbaum hat den üppig dotierten, prestigeträchtigen Wettbewerb drei Mal für sich entschieden. Aber das letzte Mal ist nun elf Jahre her. „Die Zeit wäre noch einmal reif dafür“, sagt er, „und die Zeichen stehen nicht so schlecht.“ Seine Schimmelstute Chiara jedenfalls ist mehr als ein Geheimtipp.

„Lokale Bodenständigkeit“

Beim „Weltfest des Pferdesports“ tickt fröhlich der Countdown. Am Freitag werden die Wettkämpfe mit den Voltigierern bereits eröffnet. Die Vorfreude breitete sich am Montag bereits bei einer PK auf der Turnierwiese aus. „Hier mischt sich lokale Bodenständigkeit mit Weltklassesport“, freut sich Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp auf die Turniertage. Es ist die Zeit im Jahr, in der Aachens Name am intensivsten über die Grenzen der Region hinaus transportiert wird. Über 600 Journalisten sind akkreditiert, alleine das nationale Fernsehen überträgt 30 Stunden von Dressur-, Spring- und Vielseitigkeitsreitern, Fahrern und Voltigierern.

Längst ist das Turnier die bestdotierte Sportveranstaltung mit 2,68 Millionen Euro in Deutschland (Gesamtetat: 14,5 Millionen Euro). Beim Rolex-Preis am finalen Turniertag locken eine Million Euro. In Aachen lässt sich für die Reitsport-Elite richtig gutes Geld verdienen. Und sportlich ist der Wettkampf die letzte Herausforderung vor den Weltreiterspielen in der Normandie (ab 23. August), und die Weltelite geht sich diesmal nicht aus dem Weg. „Ich habe mich schon häufiger über die Dressurpolitik beschwert“, sagt Turnierdirektor Frank Kemperman. „Diesmal ist es anders, die besten Paare der Welt kommen zu uns.“

Dazu gehört auch Matthias Rath, der mit seinem Totilas nach zwei Jahren wieder in die deutsche Dressur-Equipe zurückkehrt. „Wir haben uns in den letzten Wochen ständig steigern können“, sagt Rath. Für das Comeback wurden zuletzt kleinere Turniere gewählt, jetzt ist die Zeit gekommen, um auf der größten Bühne der Welt im ausgebauten Dressurstadion wieder aufzutreten. „Totilas freut sich auf die Herausforderung“, übermittelt Rath. Favoriten sind dann aber (noch) andere: die seit zwei Jahren ungeschlagene Britin Charlotte Dujardin oder die vorzügliche Helen Langehanenberg (Münster), sagt Rath.

Ein Elitetreffen gibt es auch bei den Springreitern, von den aktuell besten zehn fehlt nur die verletzte Amerikanerin Beezie Madden. Der Nationenpreis am Donnerstag, 10. Juli, gehört nicht mehr zum FEI-Nationscup. Die Turnierplaner können sich ihre Gäste selbst einladen und holen nach fast 20 Jahren wieder die kanadische Equipe in die Soers.

Über 200.000 Tickets sind bereits verkauft, sagt Turniervermarkter Michael Mronz, der mit Turkish Airlines am Montag einen neuen Generalsponsor präsentierte. „Das Turnier hat eine unglaubliche Entwicklung in den letzten 25 Jahren gemacht. Dass es das weltbeste ist, steht außerhalb jeden Zweifels“, sagt Ludger Beerbaum. Die Digitalisierung der Welt geht natürlich auch auf dem Gelände in diesem Jahr weiter. Beim Voltigieren und Springreiten kann das fachkundige Publikum über eine neue App selbst in die Rolle der Wettkampfrichter schlüpfen.

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