Hoffnung auf eine Rückkehr im August

Von: Helga Raue
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Siegerjubel 2014: Christian Ahlmann auf Codex One. Foto: sport/Eibner

Aachen. „Es war eine Synthese aus Risiko und Kontrolle.“ Christian Ahlmann war das Stechen strategisch angegangen. Schon mehrfach hatte er die Entscheidung um den „Großen Preis von Aachen“ erreicht, doch nach Abwürfen zwar vordere Plätze, aber nie Rang eins belegt.

Als Erster der fünf Starter im Stechen musste der Springreiter aus Marl 2014 in den Parcours, wohl wissend, dass sein Codex One nicht der Schnellste ist. „Hinter mir kamen Konkurrenten, die jedes Springen dieser Erde gewinnen können. Ich wollte sie unter Druck setzen, aber natürlich auch Null reiten.“ Und das gelang eindrucksvoll.

Ein Kindheitstraum

Mit dem Sieg im „Großen Preis von Aachen“ erfüllte sich Christian Ahlmann einen Kindheitstraum. „Es hat lange gedauert, ich dachte schon, dass es nie dazu kommen würde“, sagt der 40-Jährige, Vater eines fast dreijährigen Sohnes, schmunzelnd. Dieser ganz besondere Sieg hatte in der Erfolgsvita noch gefehlt, in der u. a. Olympia- und WM-Bronze, letzteres 2006 mit dem Team in Aachen, sowie bei EM Doppel-Gold 2003, Team-Gold 2005 sowie jeweils Team-Silber 2007 und 2013 auftauchen. Zudem ließ sich der groß gewachsene Springreiter 2011 in Leipzig als Weltcup-Sieger feiern.

Beim „Weltfest des Pferdesports“ gehört er erneut zu den Favoriten, „aber eigentlich kann jeder der 40 Starter gewinnen, so groß ist die Leistungsdichte“, ist Ahlmann Realist. Doch er ist bestens vorbereitet: „Codex One ist in einem guten Alter, und er ist gut in Schuss. Er fühlt sich wohl in Aachen. Ich werde angreifen, aber diesen Plan haben 39 andere Reiter auch.“

Es soll nicht Ahlmanns einziger Besuch in diesem Jahr in Aachen bleiben, das große Ziel ist die Europameisterschaft an gleicher Stätte (11. bis 23. August). „Aber bis dahin ist es noch ein langer Weg, die grüne Saison hat ja gerade erst begonnen“, so Ahlmann.

Das „Weltfest des Pferdesports“ ist für die „deutschen Reiter, aber auch die anderer Nationen das Sprungbrett auf dem Weg zum Championat. Es ist wichtig, dass wir hier schon eine gute Form zeigen.“

Die Turniere in St. Gallen, wo er in der deutschen Equipe Epleaser einsetzen wird, das Global-Champions-Turnier in Cannes und Rotterdam, wo Codex One in der Equipe starten soll, sind die nächsten Stationen. Die DM in Balve soll dagegen keine Zwischenaufenthalt werden. „Sichtungen in dem Sinne gibt es ja nicht mehr, die Gesamtform mit Blick auf die EM ist entscheidend. Und deshalb ist es für uns auch so wichtig, dass sich die Pferde in Aachen wohlfühlen.“

Was Codex One ja schon eindrucksvoll bewiesen hat. Mit Taloubet Z, der nach einer Verletzungspause wieder zurück im Sport ist, und besagtem Epleaser hat Ahlmann weitere heiße Eisen im EM-Feuer. „Codex One hat sicher die Nase vorne. Aber so früh ist es natürlich schwer eine Prognose abzugeben“, sagt Ahlmann, wohl wissend, dass er gute Karten in Sachen EM-Ticket hat – wenn die Pferde gesund bleiben.

Doch vorher würde Ahlmann gerne erneut 330.000 Euro Preisgeld – insgesamt gibt es eine Million – mitnehmen. Und erneut seinen Zyklus im Rolex-Grand-Slam starten, um diesmal vielleicht den Jackpot zu knacken. Nach dem Sieg in Aachen hatte Ahlmann im kanadischen Calgary einen Abwurf im Normalparcours kassiert, in Genf zwar das Stechen erreicht, dort aber nach einem Fehler nur Rang 11 belegt. „Scott Brash ist für mich der Favorit in Aachen, Hello Sanctos ist in Top-Form“, sieht Ahlmann den Weltranglisten-Ersten und Genf-Sieger in der Rolle des Gejagten beim „Weltfest“. Doch als Jäger hat sich der 40-Jährige immer schon wohl gefühlt . . .

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