Gespannfahrten: Nur Weltmeister Exell ist schneller

Von: Wilhelm Peters
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Wasser marsch: Der Australier Boyd Exell in Aktion. Foto: Michael von Fisenne

Knapper geht es nicht: Titelverteidiger Michael Brauchle aus Lauchheim-Hülen verpasste am Samstag den Sieg im Wohnwelt Pallen Marathon um winzige 1,24 Fehlerpunkte und musste einem überragenden Weltmeister Boyd Exell (Australien) den Vortritt lassen.

Es wäre nach 2008, 2009 und 2013 sein vierter Erfolg gewesen. Aber auch mit Rang zwei hätte der 25-Jährige die mit Abstand meisten Punkte für den Nationenpreis eingefahren. Makulatur diesmal, weil er nicht zur deutschen Equipe gehörte. 2 Karl-Heinz Geiger hatte neben den gesetzten Christoph Sandmann (Lähden/Samstag Platz 9) und Georg von Stein (Modautal/17.) erstmals Mareike Harm (Negernbötel/18.) nominiert.

„Das hätte ich in Aachen nicht riskiert“, hatte Ewald Meier, der ehemalige Bundestrainer, schon am Mittwoch zu Beginn der Fahrwettbewerbe angemerkt und damit begründet, „dass Brauchle beim Marathon immer viele Punkte für die Nationenwertung holt“. So fiel die in den letzten Jahren auf Platz zwei abonnierte deutsche Equipe vor der letzten Prüfung am heutigen Sonntag hinter den führenden Niederländern (280,12) und Ungarn (297,73) auf den dritten Platz zurück (307,24).

Geigers Argumente allerdings sind auch nicht von der Hand zu weisen: „Mareike war in fast allen Dressurprüfungen dieses Jahres vor Sandmann, von Stein und weit vor Brauchle. Wo sonst, wenn nicht in Aachen, kann sie sich beweisen? Aachen war und ist eine Chance für sie. Ich bin nicht unzufrieden. Sie hat sich gut durch‘s Gelände geschlagen.“ Parcourschef Dr. Wolfgang Asendorf meinte: „Wenn sie in dieser Liga fahren will, muss sie lernen, mit dem Druck umzugehen.“

In zwei Wochen nun hat Geiger in Riesenbeck nach der letzten Sichtung für die Weltreiterspiele Ende August in der Normandie das Problem, wen er neben den gesetzten Sandmann und von Stein mitnimmt: Brauchle oder Harm? Der Bundestrainer: „Wir werden das durchrechnen anhand der Ergebnisse.“ Schon zu Beginn der Aachener Tage hatte Geiger gesagt: „Brauchle hat durchaus WM-Chancen.“

Seinen vierten Sieg im Aachener Marathon musste der „Draufgänger“ spät begraben. Erst am vorletzten Hindernis holte ihn Sieger Boyd Exell, der als vorletzter Teilnehmer in die Hindernisstrecke gefahren war, um diese Winzigkeit ein und zog nach Aachen-Siegen gleich mit dem „jungen Wilden“. Exell hat nun nach 2010 und 2012 auch drei Marathonfahrten in der Soers gewonnen.

Und in der Endabrechnung der Gesamteinzelwertung aus Dressur, Kegelfahren und Marathon bleiben mit Exell als Zweitem vor allem Chester Weber (USA) als Sieger das Non plus Ultra. Dritter dieses zum 65. Mal von der Familie Richard Talbot gestifteten Preises wurde der Niederländer Koos de Ronde, während Christoph Sandmann die Gesamtwertung auf Platz fünf und damit als bester Deutscher abschloss. Brauchle wurde Elfter, Georg von Stein 13., Mareike Harm 18.

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