Genug Energie für die EM...

Von: ust
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Das Maß aller Dinge: Ingrid Klimke und Hale Bob lassen sich auch nicht von anderen (Kunst-)Tieren aus der Bahn bringen. Foto: Thomas Rubel

Aachen. Das beste Paar nach Springen und Dressur hat in der Vielseitigkeit die zweifelhafte Ehre, als letztes im Gelände an den Start gehen zu dürfen. Das fand Ingrid Klimke diesmal, auch wenn sie es mit einem Lachen unterstrich, ganz schön kritisch: „Bobby wäre am liebsten direkt hinter Sam hinterher. Am Anfang hat er so losgelegt, dass wir erst viel schneller waren als geplant.“

Die Münsteranerin hatte nach der Dressur auf Rang zwei hinter Sandra Auffarth aus Ganderkesee gelegen, der Horber Michael Jung erritt sich Platz drei. Doch Auffarth patzte im Springen, ihr Weltmeisterpferd Opgun Louvo kassierte einen Abwurf. So lagen nun Klimke und Jung an der Spitze, und sie sollten sie nicht mehr hergeben.

Nachdem Jung seinen Sam an den Start gebracht hatte, war der Abreiteplatz bis auf Klimke und ihren Hale Bob leergefegt. „Bobby“ – so nennt Klimke ihr Pferd – machte seiner Reiterin deutlich, dass er nicht länger warten wollte. Möglicherweise kamen der deutschen Ausnahmereiterin auch die Bedingungen zugute: Rüdiger Schwarz hatte die Kursführung beim DHL-Preis zu Beginn verändert, was auch Michael Jung gefiel.

Dazu war der Boden in diesem Jahrvon wirklich meisterlicher Qualität, das betonte nicht nur der deutsche Bundestrainer Hans Melzer. So schadete das hohe Grundtempo, in das der braune Oldenburger direkt verfiel, Klimke nicht – im Gegenteil.

Zuschauer halten Atem an

Mehrfach erwähnte der Stadionsprecher, dass sie sich nicht keine Zeitfehler leisten dürfe – es wird der Reitmeisterin sicherlich zu Ohren gekommen sein. Beim letzten Hinderniskomplex vor dem Einritt ins Stadion hielten die Zuschauer den Atem an, denn für einen Bruchteil einer Sekunde schien nicht klar, wie sich Hale Bob entscheiden würde. Im Nachhinein schilderte Klimke ganz cool: „Mein Job sind die Linien und das Tempo, am Sprung vertraue ich meinem Pferd.“

Bis zum Finish hielt das Paar das Tempo hoch, was Klimke später zu dem flapsigen Kommentar verleitete: „Ich glaube, wir haben gezeigt, dass wir definitiv genug Energie für die EM haben.“ Im Gegensatz zu Michael Jung hatte sie das Pferd gesattelt, mit dem sie im August in Polen die deutschen Farben repräsentieren wird. Jung dagegen wird in Strzegom Roccana reiten, für deren Vorbereitung er sich unlängst für ein anderes Turnier entschied.

Der Olympiasieger hat das große Glück, gleich mehrere Spitzenpferde in seinem Stall zu haben. Sam, der ihn auch zum Olympiasieg getragen hatte, machte selbst eine längere Pause nichts aus, um in Aachen aufzutrumpfen. „Das ist jetzt sein dritter Wettkampf nach Badminton. Er war nicht zu stark wie sonst schon mal, aber kraftvoll.“

Platz drei erreichte der Australier Shane Rose, dessen Team sich auch hinter dem deutschen auf dem zweiten Rang einfand. Die deutsche Mannschaft ergänzten die viertplatzierte Weltmeisterin Sandra Auffarth und Josefa Sommer auf dem 13. Rang.

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