Für Hoster geht ein Traum in Erfüllung

Für Hoster geht ein Traum in Erfüllung

Von: Helga Raue
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Gemeinsame Parcoursbesichtigung bei bester Laune: Tim Hoster (links) und sein Chef, Ex-Weltmeister Jos Lansink. Foto: Julien Counet
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Für ihn geht ein Traum in Erfüllung: Tim Hoster, hier auf seinem DM-Pferd Cash del Mar. Foto: Karl-Heinz Frieler

Als Tim Hoster in Balve aus dem Sattel sprang, lautete bei allem Jubel seine erste Frage: „Habe ich jetzt ein Ticket für Aachen?“ Mit DM-Silber hatte er das – und damit die Erfüllung seines größten Traums vor Augen: einmal selbst beim CHIO Aachen zu reiten.

„Die Vorfreude auf Aachen steigt – der Respekt aber auch. Schließlich will ich in Aachen auch gut sein, dort sind die besten Reiter der Welt mit der ersten Pferde-Garde am Start“, gibt Hoster lachend zu. „Natürlich mache ich mir Gedanken, seit ich weiß, dass ich da reiten darf. Und jetzt, wo es langsam ernst wird, nehmen sie zu. Schließlich will ich auch meine Pferde auf den Punkt fit haben. Jos denkt, glaube ich, genauso.“

Im Stall von Jos Lansink

Jos, das ist Jos Lansink, der 2006 auf Cumano Weltmeister der Springreiter in Aachen wurde. Seit Februar 2013 ist der Belgier Hosters Arbeitgeber. Und sein Top-Pferd Cash de la Mar gehört Lansink ebenso zur Hälfte wie First Class, mit dem Daniel Deußer vor Hoster seinen DM-Titel verteidigte. „Man muss ja auch vieles überlegen: Wie setzte ich die Pferde in welcher Prüfung ein, welchen Youngster nehmen wir mit?“, verdeutlicht Hoster die Gedankengänge. Cash del Mar, Quality, mit dem er kürzlich den Großen Preis von Eindhoven gewann und Zweiter in Luxemburg wurde, sowie als Nachwuchs Gladstone, der beim Pfingstturnier in Wiesbaden die Youngster-Tour gewann, werden von Meeuwen-Gruitrode (bei Hasselt) bereits am Sonntagabendd nach Aachen reisen.

Hoster selbst hat es ebenfalls nicht weit, seit gut einem Jahr lebt der 33-Jährige in Höngen (Kreis Heinsberg) – jeweils rund eine halbe Stunde von seiner Arbeitsstelle und vom heimischen Stall in Liedberg entfernt, der von Bruder Jan geleitet wird. „Ich wollte ich Deutschland wohnen, auch weil meine Freundin Nadine mit mir aus Baden-Württemberg gekommen ist und in Alsdorf arbeitet. Zudem hänge ich sehr an Zuhause“, erläutert Hoster. Zum Reitsport kam er über seinen Vater Hans-Dieter, genannt „Sputnik“, der den heimatlichen Bauernhof in einen Reitstall umwandelte und selbst erfolgreich Springen ritt. „Mein Vater war mein Lehrmeister, 50 Prozent der Ausbildung habe ich bei ihm genossen.“

Weitere Lehrmeister waren Holger Hetzel und Dressurreiter Hartmut Schmidt, bei denen er seine Bereiterlehre absolvierte, Mario Piasecki, Kurt Gravemeier und Ex-Weltmeister Norbert Koof. „Das Fundament erhielt ich bei meinem Vater, bei den anderen den Feinschliff, aber man lernt nie aus.“ Schon als Junior war er zwei Mal Rheinischer Meister und deutscher Vize-Meister. „Und mir war schon früh klar, dass ich nur reiten wollte.“

Vor dem Wechsel nach Belgien ritt Hoster drei Jahre lang für den Stall von Manfred Marschall (Heiligkreuztal). „Das war sportlich die bisher erfolgreichste Zeit, da habe ich mich auf Platz 87 der Weltrangliste vorgearbeitet. Manfred ist ein unglaublicher Motivator, kann einem ein tolles Gefühl geben. Das war ein Job mit Familienanschluss.“

Seit Februar 2013 arbeitet Hoster für Jos Lansink. „Er ist ein sehr, sehr, sehr guter Chef und super, super korrekt“, ist Hoster von der Zusammenarbeit begeistert. „Er verlangt viel, auch viel Eigeninitiative, aber er hilft mir mit seiner Erfahrung, wo er nur kann.“

Mit Rat und Tat dabei

So auch beim CHIO in Aachen, denn Lansink sitzt nach seinem Schlüsselbeinbruch erst seit Mai wieder selbst im Sattel und wurde nicht in die belgische Equipe berufen. Doch wie schon bei der DM Mitte Mai in Balve wird der Ex-Weltmeister Tim Hoster – und auch Daniel Deußer – mit Rat und Tat zur Seite stehen. Beistand kommt auch aus Liedberg: „50, 60 Leute, ein ganzer Bus voll, haben sich angekündigt“, freut sich Hoster.

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