Aachen - CHIO: Reiter, Rhythmus und eine ungewöhnliche Marionette

CHIO: Reiter, Rhythmus und eine ungewöhnliche Marionette

Von: Sabine Rother
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Die Oberländer Reitertruppe als „Ungarische iWest Post“ – je ein Reiter auf zwei Pferden. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Feuerzauber, die hohe Kunst der Dressur, fröhliche Kinder, akrobatische Reitkunst und Gänsehaut – der Abend „Pferd & Sinfonie“ im Deutsche Bank Stadion war auch in diesem Jahr wieder ein bewegender kulturell-sportlicher Auftakt zum Aachener CHIO. Die Zusammenarbeit des Theaters und seinem Sinfonieorchester unter der Leitung von Generalmusikdirektor Kazem Abdullah mit dem ALRV hat Tradition.

Für GMD Abdullah war es eine echte Premiere – und er hat sie strahlend genossen. Souverän lenkte er das höchst motivierte, Orchester durch ein umfangreiches Programm. Komponisten wie Aaron Copland, Leonard Bernstein und John Philip Sousa setzten im ersten Teil US-Akzente – nicht zufällig, wie ALRV-Moderator Volker Raulf herzlich betonte – ein Willkommen für Abdullah. Unterstützt wurde Raulf durch Dramaturg Michael Dühn, der nicht nur Fachliches beitrug, sondern auch die Sängerinnen Jelena Rakic, Sopranistin im Opernensemble, und Gast Kathy Kelly über den weichen Sandboden zur Bühne geleitete.

Jelena Rakic – weithin sichtbar im bonbonfarbenen Abendkleid – bannte die Zuhörer mit ihrer Arie aus Bernsteins „Candide“. Kathy Kelly legte mit einem Medley den musikalischen Teppich aus für einen besonderen Gast: Helen Lan-gehanenberg, ganz in Rot auf „Joschi“ (Rohjuwel). Mit ihm begeisterte die Dressurreiterin, die bei den Olympischen Spielen in London Silber errang und ihren Deutschen Meistertitel verteidigen konnte, durch einen atemberaubend leichtfüßigen, rhythmischen „Dressur-Tanz“.

Ob rasante Westernkutschen (Hans-Willi Schophoven), die Disziplin des Teams vom Landgestüt Warendorf, die turnenden 60 Voltigier-Kinder des RV Essen oder die flotten Balance-Experten der Oberländer Reitertruppe – das Sinfonieorchester sorgte für gute Klänge von „Smoke on the Water“ (leidenschaftlich rockig, Bariton Hrólfur Saemundsson) bis Rossini. Fantasiereisen mit duftigen Schleiern und riskantem Feuerzauber gab es bei den „Vier Elementen“.

Zu Publikumslieblingen avancierten Anne Krüger, Töchterchen Carla, ihre dekorativ-gelassenen Ziegen und vier faszinierende Border Collis, die perfekte Hütearbeit vorführten. Berührend: die „War Horse Suite“ von Adrian Geoffrey Sutton, zu der „Joey“, das lebensgroße Marionetten-Pferd, auftrat, verblüffend echt von drei Akteuren geführt, ein Wesen, das an die apokalyptischen Reiter aus „Herr der Ringe“ erinnerte – etwas schaurig. Ab Oktober gibt es das Stück zur Geschichte über den Jungen, der sein Pferd im Krieg sucht, unter den Titel „Gefährten“ im Berliner Theater des Westens. Prächtig: „Pomp and Circumstances“ von Edward Elgar zum Finale. Ein facettenreiches Programm fand seinen Abschluss, das Straffung vertragen hätte.

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