Haarscharfe Entscheidung im Voltigieren

Von: Ute Steinbusch
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Das wird am Ende mit dem ersten Platz belohnt: Frankreich auf dem Weg zum Sieg im Nationenpreis. Foto: Thomas Rubel

Aachen. Die Disziplin hat sich seit den Weltmeisterschaften 2006 in den CHIO wie von selbst integriert. In diesem Jahr war der Wettkampf für die Voltigierer die Standortbestimmung vor der WM in Kentucky im August. Deshalb sahen die Zuschauer nicht nur bei dem Schweizer Patric Looser, sondern auch bei dem amtierenden Europameister Nicolas Andreani Welturaufführungen ihrer neuen Küren. Andreani ist zur Zeit der größte Konkurrent des amtierenden Vize-Welt- und Europameisters Kai Vorberg aus Köln. Beide machten die Entscheidung der Männer extrem spannend.

Nachdem Vorberg in der Pflicht vorgelegt hatte, machte Andreani in seiner ersten Kür Punkte gut und freute sich: „Ich habe die neue Kür als Fortsetzung meiner vorherigen gestaltet. Vorher ging es um den Menschen im Kriegszustand, nun kommt er nach den Kriegswirren nach Hause zurück, sieht, wie die Natur wieder zu neuem Blühen kommt. Für mich war es unglaublich wichtig zu sehen, dass die Richter meine Aussage verstanden haben.”

In der Technik unterschieden sich Andreani und Vorberg kaum und holten in der zweiten Kür genau die gleiche Punktzahl, eine 8,993. Das hieß haarscharfer Sieg für Vorberg, der die Beziehung zwischen BRD und DDR, den Fall der Mauer und die Unterstützung der USA in seiner Kür zum Thema machte, begleitet von den Berliner Philharmonikern mit „Wind of Change”.

Anspruchsvolle Küren zeigten auch die Frauen, allen voran die unangefochtene Joanne Eccles aus Großbritannien. „Ich habe immer schon in der Kür meine besten Noten geholt. Daher habe ich zuletzt insbesondere an Pflicht und Technik gearbeitet”, erklärte sie.

Der aktuelle Teamsieger überraschte alle, denn aus Verletzungsgründen fanden sich 14 Tage vor dem Turnier die Rumpfmannschaften aus Neuss und Köln, zwei langjährige Konkurrenten, zusammen. Sie bildeten das Team Rheinland und verwiesen das Team Lütisburg/Schweiz sowie das französische Nationalteam auf die Plätze.

Letztere revanchierten sich allerdings im Nationenpreis. Gemeinsam mit Nicolas Andreani und Anne-Sophie Musset Agnus als Einzelstarter voltigierten sie auf Platz eins. Die neue Disziplin Pas de Deux gewannen Lisa Wild und Christina Leitgeb aus Österreich.

Bundestrainerin Ursula Ramge gab anschließend die Nominierungen der deutschen Voltigierer für Kentucky bekannt: Es werden Kai Vorberg, Daniel Kaiser und Gero Meyer, Simone Wiegele, Antje Hill und Sarah Kay sowie das Team aus Ingelsberg für Deutschland starten.
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