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Gute Vorbereitung bewahrt die Soers vor Sturm-Schäden

Von: Thorsten Karbach und Amien Idries
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Düster: Sturm und Regen fegten gestern am späten Nachmittag über den Sportpark Soers. Manch einer wurde vom Unwetter überrascht und konnte sich nur völlig durchnässt in Sicherheit bringen. Die Schäden waren glücklicherweise gering. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Als der Sturm über die Soers fegt, erobert Christian Graf von Plettenberg die Herzen der Menschen im Sturm. Es ist ein beklemmendes Bild, als die dunklen Wolken über das Springstadion ziehen, der Wind massive Blumenkübel wie Spielzeug über die Wege des Ladendorfes weht und die Hindernisse im Stadion wie Spielkartentürme einstürzen lässt.

Und es ist der Stadionsprecher Graf von Plettenberg, der im Unwetter mit seinen Beiträgen für Heiterkeit sorgt. „Gehen Sie bitte auf die Tribünen und setzen sie sich - bitte auf einen freien Platz”, sagt er.

Und so rückt das CHIO-Mittwochspublikum zusammen und erlebt einen spannenden Frühabend - ohne Sport.

Edwina Alexander hat ihren Socrates so gerade noch durch den Parcours gebracht, als es ungemütlich wird. Blitze zucken über dem Lousberg, der heftige Wind weht den Regen bis ganz oben unters Tribünendach.

Und die Zuschauer? Die zeigen, wer der eigentliche Star des Turniers ist. Als der Regen prasselt, lassen sie die La-Olá-Welle durch das Stadion kreisen. Sie klatschen und feiern - sich selbst.

Denn sonst ist niemand zu sehen. Der Parcours ist verwaist. „Das geht nur mit dem Aachener Publikum”, sagt Christian Graf von Plettenberg. Er war ent- und vor allem begeistert.

Vieles, fast alles mag man an dieser Stelle sagen, hat der Österreicher als Sprecher schon erlebt - das noch nicht.

Menschen, die weit mehr als eine Stunde auf den Tribünen ausharrten, ohne zu murren. „Sie sind das wahre Herz des Aachener Publikums”, sagt er. Und spricht ein Gedicht über ein Gewitter. Die Zuschauer nehmen das Unwetter mit Humor, Graf von Plettenberg ohnehin, auch die Stadionregie ist auf Draht und lässt Musik laufen: „Wann wirds mal wieder richtig Sommer?” wird gesungen - kein Witz!

Zumal die Situation zwischenzeitlich ernst war. Eine Art Windhose jagte über die Anlage. Dass es am Ende nach Angaben der Feuerwehr nur eine Leichtverletzte gab, ist da schon bemerkenswert.

Und Resultat des Krisenmanagements des Veranstalters. Der hatte im frühen Nachmittag beispielsweise die Aussteller im Ladendorf angewiesen, die Zelte bis 17 Uhr zu schließen und zu verlassen. Der Bierpilz wurde zusammengefaltet, die Terrassen des VIP-Bereichs „Champions Circle” geräumt, das Mobiliar in Sicherheit gebracht.

Das sorgte letztlich für eine übersichtliche Schadensbilanz. Ein paar Fahnen, etwas Porzellan, Dekorationen, so die ersten Einschätzungen, fielen dem Wetter zum Opfer. Männer in Ölzeug bauten die Hindernisse wieder auf, die zuvor noch ein Besucher „genommen” hatte.

Michael Prym aus Stolberg hatte barfuß eine Runde durchs Stadion gedreht. Unbehelligt von den Verantwortlichen. Mehr noch: Gefeiert vom Publikum und kommentiert von Graf von Plettenberg. „Das sind vier Fehlerpunkte”, sagte der. Siegchancen hat man damit beim CHIO nicht.

Und so nahmen spät - auch ein Abbruch war diskutiert worden -, aber immer noch von den treuen Gästen angefeuert, die letzten Reiter wieder die Hauptrolle ein. Und Christian Graf von Plettenberg gab den Menschen noch ein gutes Gefühl mit auf den Weg - seine Wetterprognose für Donnerstag: „Meist sonnig. Um 14 Uhr überfliegt eine kleine Wolke das Stadion. Am Richterturm sicher trocken.”

Bäume geknickt, Straßen überflutet

Nicht nur beim CHIO herrschte der wettermäßige Ausnahmezustand. Erneut gab es reichlich Chaos in der Stadt, als am Mittwoch, kurz vor 18 Uhr das Unwetter über der Talkessel hereinbrach. Alle Feuerwehren wurden in Alarmbereitschaft versetzt.

Erneut fällten die Windböen etliche Bäume, die auch auf Autos oder auf Straßen landeten. Die Helfer hatten alle Hände voll zu tun.

In Brand flogen zahlreiche Baustellenabsperrungen durch die Gegend. Im Bereich Lintert - und nicht nur dort - wurden Fahrbahnen durch überlaufende Kanäle geflutet.

Insgesamt fuhr die Feuerwehr rund 40 Einsätze. Das Unwetter erreichte jedoch zum Glück nicht die Zerstörungskraft des Sturms am Montag.
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