Gelingt Isabell Werth der elfte Sieg im „Großen Dressurpreis von Aachen“?

Von: Helga Raue
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Die Top-Favoriten beim CHIO Aachen: Isabell Werth und Weihegold, die bei den Olympischen Spielen in Rio Team-Gold und Einzel-Silber gewannen. Foto: imago/Roskaritzx/Eibner

Aachen. Drumherumreden ist zwecklos, und so versucht es Isabell Werth erst gar nicht. „Ja, bei aller Bescheidenheit, ich bin die Favoritin“, sagt die Dressur-Queen, die momentan ihren Sport beherrscht wie niemand zuvor. Nicht mal sie selbst, und das obwohl sie seit Jahrzehnten zur Spitze gehört.

Denn sie ist gleich mit drei Pferden – Weihegold (1.), Emilio (6.) und Don Johnson (7.) – in den Top 10 der Weltrangliste vertreten, von 21 Auftritten auf höchsten Niveau hat sie in diesem Jahr 19 gewonnen. Sie als Favoritin für den CHIO Aachen und die EM Mitte August in Göteborg zu bezeichnen, ist fast untertrieben – mindestens ein „Top“ muss davor.

Isabell Werth lacht, es ist das Lachen einer Sportlerin, die ganz oben ist, alles erreicht hat – und doch auch genau weiß, wie schnell es im Reitsport anders aussehen kann. Denn man ist immer von seinem Partner, dem Pferd, abhängig. „Ich weiß nur zu gut, wie schnell sich das Blatt wenden kann“, sagt die 47-Jährige, die sich immer wieder nach oben gekämpft hat, wenn das eine Pferd in Ruhestand ging oder ein anderes verletzt ausschied. Weingart war ihr erstes Top-Pferd, es folgten, Gigolo, Satchmo, Don Johnson und jetzt eben Weihegold, um nur einige der Vierbeiner zu nennen, die sie in den vergangenen fast 30 Jahren in den internationalen Sport führte.

Jetzt gerade erntet Isabell Werth die Früchte ihrer jahrelangen harten Arbeit augenscheinlich fast mühelos – in Aachen scheint es für die anderen Reiter nur um die Plätze dahinter zu gehen. Werth wiegelt lachend ab: „Der Erwartungsdruck vor Aachen ist hoch, von allen Seiten und auch von mir selbst. Aber wir sind gut vorbereitet.“ Wir – das sind auch Weihegold und Emilio, der bei der DM in Balve statt Werths leicht blessiertem Olympiapferd die Kohlen aus dem Feuer geholt und die Titel im Spècial sowie in der Kür gewonnen hat.

„Aber die Konkurrenz schläft nicht. Mein Teamkollege Sven Rothenberger, aber auch die Dänin Catherine Dufour haben eine tolle Entwicklung genommen. Und Laura hat ja auch schon angekündigt, dass sie gewinnen will“, sagt Werth lachend. Laura, das ist die US-Amerikanerin Laura Graves, die im Weltcup Zweite wurde – allerdings mit 5,397 Punkten Rückstand, während Werth mit über 90 Prozent gefeiert wurde.

Sie begeisterte mit ihrer Kür zu einem Medley italienischer Hits aus den 70er Jahren, die sie auch im „Großen Dressurpreis von Aachen“ zeigen wird. Den hat sie übrigens bereits zehn Mal – zuletzt 2008 mit Satchmo – gewonnen.

2016 gewannen die deutschen Dressurreiter überlegen den Nationenpreis in Aachen – der nach dem Grand Prix am Donnerstag und dem Spècial am Samstag entschieden wird. Mit gut 55 Punkten rangierten sie vor den USA, mit 60 vor den Dänen, die in diesem Jahr sehr stark sind. „Auch die Schweden haben eine gute Mannschaft“, hat Werth die Konkurrenz im Blick.

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