Fehlerlos und schnell zugleich: Der Ferrari

Von: Klaus Schmidt
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Uberflieger: Steve Guerdat und Ferrari auf dem Weg zum Sieg im Preis von Nordrhein-Westfalen. Foto: Uwe Anspach

Aachen. Bevor es in die Entscheidung ging, warf Jesus Garmendia Echeverria (was für ein Name!) noch etwas Ballast ab. Der Spanier hatte sich auf Lord du Mont Milon (was für ein Name!) ins Stechen um den Preis von Nordrhein-Westfalen geritten, nun kam es auf Zehntel- oder sogar Hundertstelsekunden an. Garmendia Echeverria jedenfalls warf sein Handy über die Schulter, dorthin, wo grob geschätzt der Pferdepfleger stehen musste.

Am Ende waren es dann doch rund zwei Sekunden, die dem Iberer zum Sieg fehlten. Und so heimste ein Paar den Triumph ein, das schon aufgrund des Pferde-Namens eigentlich gar nicht anders konnte.

Ferrari, elfjähriger Wallach, beschleunigte Steve Guerdat zur schnellsten makellosen Runde. Der Schweizer glänzte hinterher auch als charmanter Plauderer: „Einmal in Aachen zu gewinnen, ist ein Geschenk” - was sich Guerdat bereits am Dienstag gegönnt hatte. „Zweimal in Aachen zu gewinnen, ist unglaublich.” Und wie wäre es mit einem dritten Mal, vielleicht beim Finale am Sonntag mit dem Großen Preis? „Das wäre fast zu schön.”

Die deutschen Reiter drängeln sich unterdessen auch weiterhin nicht vor, wenn die Stadion-Regie nach einem Hymnen-Wunsch fragt. Immerhin schafften es am Freitagnachmittag vier Paare ins Stechen, darüber war Bundestrainer Otto Becker „sehr froh”. Die Hoffnung auf den ersten Sieg erfüllten jedoch weder Philipp Weishaupt (Siebter mit Souvenir) noch Daniel Deusser (Achter mit Caballero) oder Christian Ahlmann (Zehnter mit Taloubet) und Ludger Beerbaum (Zwölfter mit Chaman). Die beiden Letzteren hängten zwar Ferrari ab, gingen aber beim letzten Sprung - der ausgerechnet den Namen des Wettbewerb-Sponsors trägt - allzu wagemutig an die Stangen.

Während die Australierin Edwina Alexander einen Sturz mit Cevo Socrates glimpflich überstand und nur der Schädel brummte, rauchte vor allem bei Ludger Beerbaum der Kopf. Der 46-Jährige, der gefühlte 45 Mal im Großen Preis von Aachen gestartet ist, hat noch immer keine Fahrkarte für die Auflage 2010. Es gab am Freitagabend anderes zu tun, als über die nächste verpasste Chance zu reden - nämlich zu rechnen, wie heute die letzte Occasion auf einen Platz unter den Top 40 aussieht.

Steve Guerdat ist dieser Sorge ledig. „Das war Ferraris schönster Sieg, seitdem er unter mir geht”, sagte der 28-Jährige. Und rief dann noch jedermann ins Gedächtnis: „Wenn´s einmal gut läuft, dann läuft es einfacher.”
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