Es müllert beim CHIO: Rummel um den Fußballstar

Von: dpa
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Der Fußballnationalspieler Thomas Müller und seine Frau Lisa kommen zur Eröffnungsfeier des CHIO in Aachen. Foto: dpa

Aachen. Der CHIO in Aachen ist die bedeutendste Pferdesport-Veranstaltung auf der Erde - und er ist auch ein gesellschaftliches Großereignis. Die Kanzlerin schaut vorbei, die Prominenz drängt sich. Aber der umjubelte Mittelpunkt ist der Fußball-Shootingstar Thomas Müller.

Paul Schockemöhle servierte kurz vor Mitternacht das Bier höchstpersönlich, Ludger Beerbaum holte Autogramme - der Star beim größten Reitturnier der Welt ist in diesem Jahr ein 20 Jahre alter Fußballspieler. Am ersten Abend des CHIO in Aachen drehte sich fast alles um Thomas Müller.

Mit Ovationen begrüßten Prominente aus Politik, Sport und Showbusiness den fröhlich grinsenden Nationalspieler, der seiner reitsportbegeisterten Frau Lisa zuliebe nach Aachen gekommen ist. Am Mittwoch schlenderte der Kicker dann in kurzen Hosen nahezu unbemerkt über das Turniergelände.

Die Fotografen hatten am Dienstagabend reichlich zu tun, die besten Bilder von der geballten Prominenz um Bundeskanzlerin Angela Merkel zu schießen. Aber als Thomas Müller sich mit seiner Frau dem VIP-Zelt näherte, war schnell klar, wer die wichtigsten Personen unter all den „Very Important Persons” waren. Die Kameras klickten, die Menge drängte sich, und Müller erhielt als einziger Gast der sogenannten „Media Night” Applaus.

Die Macher des CHIO versuchen schon seit längerem, neben dem Sport auch Entertainment zu bieten, das Interesse an Tratsch und Klatsch sowie den Promi-Faktor vieler Gäste für ihre PR zu nutzen. Müller, der bester Torjäger der Fußball-Weltmeisterschaft, ist daher ein absoluter Glücksfall.

„Wir hatten ihn schon vor der WM eingeladen, und es spricht für ihn, dass er seine Zusage trotzdem eingehalten hat”, sagte CHIO-Vermarkter Michael Mronz - der als Lebenspartner von Außenminister Guido Westerwelle inzwischen selbst zur deutschen Prominenz gehört.

Ministerin Ursula von der Leyen erhielt in Aachen ein „Silbernes Pferd” ehrenhalber, Bundesliga-Trainer Felix Magath verteilte Journalisten-Preise - und beide staunten über den Wirbel um Müller. „Das gehört inzwischen dazu”, kommentierte Magath milde lächelnd: „Ein Fußballer muss mehr können als nur zu spielen.” Gerade bei Müller habe der Schalker-Coach aber keine Angst, dass er angesichts des nun entstehenden Starrummels abhebt: „Der ist bodenständig.”

Müller nahm die Aufregung gelassen und genoss am Mittwoch den mehr oder weniger unbemerkten Ausflug über die Anlage, die mit dem 40.000 Zuschauer fassenden Stadion auch für Fußball passende Dimensionen bietet. „Wir sind ja an dem Sport interessiert”, sagte Müller.

Seine Frau ist Reiterin, er selber hat vor kurzem eine Stute von Bayerns Co-Trainer Hermann Gerland gekauft, der eine kleine Zucht betreibt. Ein Gestüt ist nach Lisa Müllers Angaben ein Traum für die gemeinsame Zukunft.

An passenden Gesprächspartnern mangelt es in Aachen nicht. Müller redete mit dem viermaligen Olympiasieger Ludger Beerbaum, der einen Packen Autogramme mitbringen musste, und mit der Reitsport-Legende Paul Schockemöhle.

Der Pferdehändler bot Müller beim eigenhändig geholten Bier „einen passenden Hengst für seine Stute” an. „Ein prima Kerl”, befand Schockemöhle später und schloss sich Magaths Einschätzung an: „Der bleibt trotz des Rummels bodenständig.”

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