Einzigartig: Ingrid Klimke reitet Dressur und Vielseitigkeit

Von: Ute Steinbusch
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Ingrid Klimke ist eine enorm erfolgreiche Exotin. Foto: imago/Rau

Aachen. Den Prix St. Georges hat Geraldine ganz entspannt gemeistert – ein losgelassenes und gleichzeitig versammlungsbereites Pferd, mit dem sich Ingrid Klimke souverän in die Platzierung geritten hat. Rang sechs stand am Ende zu Buche. Die Reitmeisterin ist damit eine Exotin.

Sie selbst kennt niemand anderen, der auf diesem Niveau Dressur und Vielseitigkeit praktiziert. Zwar gibt es namhafte Größen wie Michael Jung oder den Neuseeländer Mark Todd, die Springen und Vielseitigkeit aktuell bzw. in der Vergangenheit kombinierten. Doch die Kombination von Dressur und Vielseitigkeit macht Ingrid Klimke einzigartig.

Was erstaunlich ist: Der lockere Dressurritt am Mittwoch entsprach ihrer Erwartung. Genauso erwartet sie, dass ihre Vielseitigkeitspferde deutlich mehr „auf Sendung“ sein werden, wenn sie mit ihnen in das Dressurstadion einreiten wird. „Die warten schon aufs Gelände, deren ganzes Training ist aufs Gelände ausgerichtet. Dieses imposante Stadion wird sie schon einigermaßen aufhorchen lassen.“

Im vergangenen Jahr hatten die Vielseitigkeitsreiter ihre Dressur-Teilprüfung nicht im Dressurstadion ausgetragen, das ist diesmal ein Novum. „Ein herrliches Stadion, eine tolle Atmosphäre, wenn man unter der Brücke durchreitet…“, schwärmt Klimke. Sie praktiziert mit all ihren Pferden die vielseitigste Ausbildung, die ihre Pferde mögen und mitmachen. „Auch meine Dressurpferde arbeite ich am Berg und nehme sie mit zum Springen.“

Trotzdem bleibt der Typ Vielseitigkeitspferde der besondere. „Das sind Pferde, die Persönlichkeit und so etwas wie Eigenmotivation besitzen. Als ich die vergangenen Tage auf dem Springplatz geritten bin, schielten sie schon in Richtung Gelände.“ Das Anforderungsprofil in der Dressurprüfung ist für ein Dressurpferd ganz anders im Vergleich zu einem Vielseitigkeitspferd.

„Die Buschpferde haben mehr Vollblutanteil und damit ökonomischere Bewegungen. Da fällt eine Trabtraversale deutlich schwerer. Mit ihnen muss ich die Punkte anders sammeln als mit einem Dressurpferd.“

Als ob sie mit der Kombination Dressur und Vielseitigkeit noch nicht Exotin genug wäre, startet Ingrid Klimke in diesem Jahr beim CHIO noch dazu im Springen am Samstagabend. Parmenides heißt das Pferd, mit dem sie bereits S-Springen gewonnen hat.

„Er war eigentlich als Vielseitigkeitspferd gedacht. Dann haben wir aber gesehen, dass er doch eindeutig das größte Talent im Springen hat.“ So lebt Ingrid Klimke die Reiterei in all ihren Facetten, freut sich auf die ganze CHIO-Woche mit insgesamt vier Pferden: Geraldine für die Dressur, Parmenides fürs Springen sowie Hale Bob und Escada für die Vielseitigkeit.

Sollte das finale Kriterium für die am meisten geliebte Reitsportart das Adrenalin sein, dann ist Ingrid Klimke allerdings klar, welche Disziplin das Rennen macht: „Die Geländestrecke ist einfach Adrenalin pur. Wenn ich da noch an vergangenes Jahr denke, als ich als letzte Starterin in die Arena einritt... Die Strecke war leer, weil alle Zuschauer schon im Stadion waren. Dafür war der Einritt ins Stadion gigantisch, eine Sternstunde!“

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