„Ein ganz besonderer Tag” dank Shutterfly

Von: Wilhelm Peters
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Sieg beim großen Preis von Europa: Meredith Michaels-Beerbaum hat zehn Jahre nach ihrem Ehemann Markus den Preis von Europa gewonnen. Die Springreiterin setzte sich am Mittwoch beim ersten Höhepunkt des CHIO im Stechen mit Shutterfly durch. Foto: Uwe Anspach

Aachen. Eine ganze Welt aus Gefühlen tat sich auf im Parcours, als Meredith Michaels-Beerbaum die Ovationen für ihren Sieg im Preis von Europa entgegennahm. Das heißt: Eigentlich galten sie gleichermaßen ihrem Pferd Shutterfly, dem 18-jährigen Hannoveraner, der die zierliche Amazone kurz zuvor mit einer grandios daherkommenden Leichtigkeit über den gar nicht leichten Stech-Parcours zum Sieg getragen hatte.

Eine ganze Welt an Gefühlen tat sich auch hoch oben auf der Tribüne in diesen Momenten auf. Etwas stiller, weil nicht ganz so öffentlich wie unten auf dem Rasen. Hoch oben, geschützt vor dem Nieselregen, stand Ehemann Markus Beerbaum und beobachtete die Zeremonie der Siegerehrung konzentriert und mit einem breiten Lächeln. Auf dem Arm das gleichermaßen bestens gelaunte 16-monatige Töchterchen Brianne Victoria.

Beerbaum machte aus seinem Herzen keine Mördergrube. Es war der Nachmittag der Emotionen. Durchaus hatte es Gedanken gegeben, dass der Europa-Preis - unabhängig von der Platzierung - der letzte Auftritt von Shutterfly in Aachen sein könnte, sein sollte.

Doch nun, nach diesem Sieg, nach dieser Leistung, mit der Shutterfly die zuletzt schon gezeigte Form bestätigte, ist alles anders. Meredith Michaels-Beerbaum, die neben ihrem zweitplatzierten Schwager Ludger Beerbaum mit Chaman unter dem Sattel weitere fünf Paare im Stechen hinter sich gelassen hatte, sagte: „Shutterfly ist in seiner besten Form.” Warum also jetzt aufhören?

Sie präzisierte dann später: „Wenn wir uns für den Großen Preis von Aachen qualifizieren, dann reiten wir ihn.” Die letzten Pünktchen dafür sollen am Freitag im NRW-Preis eingesammelt werden. Wenn denn nach diesem Sieg von Mittwoch überhaupt noch Punkte für die Qualifikation nötig sind. Turnierdirektor Frank Kemperman vermochte den genauen Stand am Mittwochabend nicht zu sagen, wusste aber: „Es sieht gut aus für Shutterfly.”

Dessen Verhältnis zu Aachen weiß seine Reiterin nach zehn Jahren CHIO und einer WM in der Soers genau zu beschreiben: „Er freut sich in Aachen zu gehen, spitzt die Ohren, sucht die Sprünge. Ich liebe dieses Pferd. Es ist etwas ganz Besonderes.” Auch Schwager Ludger Beerbaum zollte „großen Respekt. Sie waren heute die Besten und Schnellsten. Insofern ist der Sieg in Ordnung.” Und die Welt für die Familie offenkundig auch: „Wir sind wie ein altes Ehepaar”, bezog Meredith dies auf Shutterfly und sich. „Das war heute ein ganz besonderer Tag.”

Die Gefühlswelt oben auf der Tribüne, in die Ehemann Markus Beerbaum Einblick gewährte, entpuppte sich - was nicht wirklich überraschte - als fern jeder Eifersucht auf den vierbeinigen „Senior”: „Dieser Sieg erfüllt mich mit großem Stolz”, sagte er. „Ich habe mit lachendem Herzen zugeschaut. Diese Frische, diese Aufmerksamkeit - großartig.”

Was aber ist nun aus seiner Sicht mit jenen Gedanken an das vermeintlich letzte Springen Shutterflys an diesem Nachmittag? Markus Beerbaum: „Es wäre für ihn fast eine Bestrafung, jetzt aufzuhören. Er will noch, das hat man ja gesehen.” Und wie man das gesehen hat! Der Vierbeiner ist trotz oder wegen seiner 18 Jahre völlig abgeklärt. Markus Beerbaum: „Er wird uns sagen, wann es so weit ist. . .”
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