Aachen - Die „Konkurrenz” im eigenen Haus

Die „Konkurrenz” im eigenen Haus

Von: Wilhelm Peters
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Zählt zum erweiterten Favorit
Zählt zum erweiterten Favoritenkreis: Christoph Sandmann, der in der deutschen Equipe fährt. Foto: Holger Schupp

Aachen. Es hat seinen guten (Hinter-)Grund, dass Christoph Sandmann, weltweit einer der besten Vierspännerfahrer, betont, „dass der Fahrsport mein Hobby ist”. 2010 gewann er WM-Bronze mit der deutschen Mannschaft in Kentucky, muss sich gleichzeitig und schwerpunktmäßig aber um sein Geschäft, eine Spedition im niedersächsischen Lähden, kümmern.

„Beides”, sagt Sandmann, „der Fahrsport und mein Geschäft sind sehr zeitaufwendig.”

Da das Geschäft Vorrang hat, „mir oft die Zeit für mein Hobby fehlt”, kümmert sich Sandmanns Stallmeisterin Carola Diener um die zehn Vierbeiner in seinem Stall, versorgt und trainiert sie. Mehr noch: Am vergangenen Wochenende gewann die 23-Jährige nach Hindernisparcours, Dressur und Geländefahrt als erste Frau überhaupt in Greven die Deutsche Meisterschaft der Zweispänner.

Erfahrung sammeln

Auch Sandmanns 15-jährige Tochter Anna, in der Hallensaison begeisterte Springreiterin mit ihrem Pony, hat die Liebe zu den Zweispännern entdeckt und nutzt die grüne Saison in diesem Jahr erstmals, um bei den „Großen” Erfahrung zu sammeln. „Sie gehört immerhin zu den Gespannfahrern, die sich für Riesenbeck qualifiziert haben, wo nur acht Zweispänner an den Start dürfen”, sagt Sandmann nicht ohne Stolz.

„Beide, Carola und Anna, passen gut zusammen, harmonieren. Wir haben uns nach der WM 2010 zusammengesetzt und überlegt. Mir fehlt die Zeit, um mich in dem Maße um meine Pferde zu kümmern, wie das nötig ist, um im Spitzensport mitzuhalten.”

Die Antwort liegt nun in Form des Erfolgs auf der Hand: Carola Diener, bei Sandmann fest angestellt, ist längst über den Status der Pflegerin hinausgewachsen, und Anna Sandmann schlägt offenkundig denselben Weg ein. Zur Freude ihres Vaters, der um die Kunst weiß, die Pferde richtig einzustellen auf ihre schweren Aufgaben: „Zweispänner und Viererzüge sind fast wie zwei verschiedene Sportarten.”

Nach den jüngsten Erfolgen von Carola und seiner jungen Tochter freut sich Sandmann, der in dieser Saison erst ein Vierspänner-Turnier hinter sich hat, nun auf die Tage in der Soers: „Aachen ist wegen der Prüfungen, des Publikums und wegen der Wertschätzung uns Gespannfahrern gegenüber weltweit etwas absolut Besonderes.”

Seine Ambitionen für den CHIO Aachen, wo Sandmann unter anderem 2005 den Nationenpreis gewann, formuliert der Kaufmann eher zurückhaltend: „Boyd Exell, Ijsbrand Chardon und Chester Weber sind die absoluten Favoriten. Dann kommt die nächste Klasse, zu der auch ich gehöre. Mal sehen, was geht. Ich freue mich auf Aachen.” Wo Sandmann ein paar Tage lang sein Hobby in den Mittelpunkt stellen kann.

Aachen ist für die Fahrer das Highlight

Für die Vierspänner-Fahrer ist diese Saison ein Aufbaujahr, da sie kein Championat haben. „Das wird intensiv genutzt, um junge Pferde heranzuführen, denn 2012 haben wir in Riesenbeck die Weltmeisterschaft im eigenen Land”, so Bundestrainer Ewald Meier, der neun Gespanne nominieren darf. „Alle deutschen Fahrer peilen natürlich die WM 2012 an.”

Für den CHIO Aachen nominierte Meier Christoph Sandmann, Michael Brauchle und Georg von Stein für die Equipe. „Aachen ist für uns das erste Highlight in dieser Saison und das bedeutendste Turnier, da die Vierspänner ja keine Europameisterschaft fahren”, erläutert Meier. 2010 gewann das deutsche Team in Kentucky die Bronzemedaille.

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