Deutsches Vielseitigkeits-Team reitet zum Sieg

Von: Michael Rossmann, dpa
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Vielseitig Chio
Vielseitigkeitsreiter Andreas Michael Jung durchquert mit seinem Pferd Leopin am Samstag einen Wassergraben. Foto: dpa

Aachen. Glückliche Gesichter bei den deutschen Vielseitigkeitsreitern, nur Michael Jung rätselte lange. Der Weltcupsieger aus Horb gehörte zwar zur deutschen Siegermannschaft, wurde aber erst nach einer komplizierten Richterentscheidung vom vierten auf den dritten Platz hochgestuft.

Die Gastgeber-Equipe setzte sich am Samstag wie in den vergangenen drei Jahren durch und lag am Ende mit 171,60 Strafpunkten vor Schweden (179,20) und Großbritannien (191,00). In der Dressur reichte es erwartungsgemäß lediglich zu Platz zwei hinter den Niederländern.

Für die Vielseitigkeitsreiter war es ein Sieg mit Hindernissen. Dirk Schrade (Sprockhövel) hatte wegen einer Verletzung von King Artus nach der Dressur aufgegeben, und Michael Jung hatte mit River of Joy eine Verweigerung. Dennoch reichte es zum erneuten Sieg. „Wir standen nach dem Ausfall unter Druck”, sagte Bundestrainer Hans Melzer: „Ich bin sehr zufrieden, schließlich haben wir hier zum vierten Mal gewonnen.”

Verantwortlich für den Erfolg waren vor allem Ingrid Klimke (Münster) mit Abraxxas und Andreas Dibowski (Döhle) mit Leon, die im Gelände starke Vorstellungen lieferten. „Die beiden waren sehr souverän, so wie wir sie kennen”, sagte Bundestrainer Hans Melzer.

Hin- und hergerissen war Jung, denn er rutschte in der Einzelwertung mit seinem Zweitpferd Leopin erst nach langen Debatten der Richter um einen auf den dritten Platz vor. Ein Hindernis war durch den Sturz des Australiers Clayton Fredericks zerstört worden und wurde aus der Wertung genommen. Die zuvor gerittenen Starter erhielten daher im Nachhinein Zeitgutschriften, die anschließenden Reiter hatten eine verkürzte Strecke. Nur Jung profitierte davon nicht, weil er als einziger das Zeitlimit exakt eingehalten hatte. „Ganz glücklich war ich damit nicht”, sagte er.

Die niederländischen Dressurreiter schlugen derweil das deutsche Team. Das Oranje-Trio setzte sich mit 478,640 Prozentpunkten überlegen vor den Gastgebern (442,998) und Großbritannien (423,158) durch. In der Einzelwertung siegte im Grand Prix Special der Europameister Edward Gal mit Totilas (86,458). Beste deutsche Starterin war Isabell Werth, die mit Satchmo (76,417) auf den vierten Platz hinter Adelinde Cornelissen (Niederlande) mit Parzival (82,542) und Laura Bechtolsheimer (Großbritannien) mit Mistral (79,375) kam.

Zumindest in den Prüfungen des Rahmenprogramms gab es auch deutsche Dressursiege. Wie im Grand Prix gewann Isabell Werth aus Rheinberg auch den Special mit ihrem Zweitpferd Warum nicht. Mit 73,393 Prozentpunkten lag sie klar vor Monica Theodorescu (Füchtorf) auf Whisper (68,482) und Sabine Becker (Recklinghausen) mit Lamarc (68,065).

Für die deutschen Springreiter gab es am Samstag im zehnten Versuch den ersten Sieg: Marcus Ehning setzte sich in einer Prüfung für Nachwuchspferde im Sattel von Campbel im Stechen durch. Der Weltcup-Sieger aus Borken gewann in 42,84 Sekunden vor Ludger Beerbaum mit Cimba (43,79) und Philipp Weishaupt (beide Riesenbeck) mit Heraldo (44,25). In den vorherigen neun Springen waren vier zweite Ränge die Topplatzierungen der deutschen Springreiter gewesen.
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