Deutsche Dressurreiter sind eine Bank

Von: rau
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Olympia-Gold 2016 in Rio de Janeiro: Isabell Werth (von links), Dorothee Schneider und Sönke Rothenberger reiten beim CHIO erneut im Team. Kristina Bröring-Sprehe wird nur mit einem jungen Pferd in Aachen antreten. Foto: imago/Annegret Hilse

Aachen. „Schuld daran ist auch die Reiterin.“ Jonny Hilberath, Disziplintrainer Dressur und rechte Hand von Bundestrainerin Monica Theodorescu, blickt auf die Deutschen Meisterschaften in Balve zurück und meint Isabell Werth, die immer noch etwas präziser und mit noch ein bisschen mehr Risiko reitet, wenn es sein muss.

Werth hatte Mitte Juni bei den nationalen Titelkämpfen kurzfristig ihr Top-Pferd Weihegold aufgrund einer kleinen Blessur vom Start zurückziehen müssen und war mit Emilio angetreten – ihrem vermeintlichen „Drittpferd“.

Die Konkurrenz roch Lunte – und sah doch erneut nur die Hinterhufe des Werthschen Vierbeiners. Der elfjährige Emilio, aktuell Weltranglisten-Sechster vor Werths bewährtem Don Johnson (16), gewann neben dem Grand Prix auch die Titel im Spécial und in der Kür.

Beim CHIO Aachen startet die 47-jährige Rheinbergerin mit Emilio und ihrem Olympiapferd Weihegold, mit dem sie Team-Gold und Einzelsilber gewann und Platz eins in der Weltrangliste belegt, und ist selbstredend die Top-Favoritin. „Aber auch ich muss immer wieder eine Top-Leistung abrufen, die Herausforderer sind mir auf den Fersen“, nimmt Werth die Favoritenrolle zwar an, vergisst aber den Blick nach hinten nicht.

Einer der größten Konkurrenten ist ihr 22-jähriger Teamkollege Sönke Rothenberger (Bad Homburg), der in Rio mit dem jetzt zehnjährigen Cosmo zum Gold-Team gehörte. „Cosmo hat eine positive Entwicklung genommen. Man darf nicht vergessen, dass er und sein Reiter noch jung sind“, sagt Jonny Hilberath. Bei der DM sprang jeweils Platz zwei heraus.

Sehr bedauerlich sind die Ausfälle der beiden anderen Rio-Pferde, Desperados (Kris-tina Bröring-Sprehe) und Showtime (Dorothee Schneider), der Zweite bzw. Dritte der Weltrangliste. „Das ist großes Pech, dass sie ebenfalls für die EM im August ausfallen. Beide Pferde sind nach Verletzungen aber wieder im Training“, so Hilberath, der 2012 nach dem Tod von Holger Schmezer das deutsche Team als Interims-Bundestrainer nach London und zu Silber geführt hatte.

Mit „Zweitpferd“ Sammy Davis jr. gelang Dorothee Schneider (Framersheim) aber erneut der Sprung ins Aachen-Team, das vierte Ticket löste Hubertus Schmidt (Borcheln) mit Imperio, der „im Grunde in der Form seines Lebens geht“, so Hilberath. „Sechs, sieben andere Kandidaten haben wir mit Blick auf die Europameisterschaft in Göteborg aber noch im Auge.“ Diese gehen in Aachen in der sogenannten CDI-Tour als Einzelreiter.

Dass der Sieg im Nationenpreis erneut nur über das deutsche Team geht, ist klar. Aber vor allem die Dänen und die Schweden kommen mit starken Mannschaften. Dagegen kommen die Niederländer, die 2015 in Aachen Team-Europameister wurden, ohne ihre stärksten Reiter Edward Gal und Hans-Peter Minderhoud.

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