Deutsche Dressurreiter als Favoriten im Nationenpreis

Von: rau
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Aachen. „Wenn wir hier nicht gewinnen, dann graben wir uns ein.“ Isabell Werth geht vollmundig in die Offensive. Doch es ist gewiss keine Überheblichkeit, die da aus ihr spricht, sondern die Gewissheit, dass die deutschen Dressurreiter mit einem starken Team in Aachen am Start sind.

Und nicht nur das Fehlen der Mit-Favoriten aus den Niederlanden und Großbritannien macht den Erfolg im Nationenpreis zu einem Pflichtsieg für Werth & Co. Und so lauert auch mit Blick auf die „Einzelwertung“ die ärgste Konkurrenz diesmal im eigenen Kader.

Am Donnerstag, 9 Uhr, beginnt der Grand Prix, der aber nur der erste Teil der Nationenwertung ist. Anders als sonst beim CHIO wird der Nationenpreis erst am Samstag im Spécial entschieden. Mit Sönke Rothenberger (Bad Homburg) auf Cosmo, Dorothee Schneider (Framersheim) auf Showtime, Werth (Rheinberg) auf Weihegold und Kristina Bröring-Sprehe (Dinklage) auf Desperados schickt Bundestrainerin Monica Theodorescu ein Team ins Rennen, in dem bei der DM jedes Paar mit über 80 Prozent auftrumpfte. „Ich denke, die werden mir alle das Leben schwer machen. Vor allem Tina wird versuchen, sich breit zu machen“, sagt Isabell Werth lachend.

So zierlich Kristina Bröring-Sprehe ist, im Viereck ist die zweifache Vize-Europameisterin mit ihrem Hengst Desperados ein Schwergewicht. Auch wenn sie sich bei der DM im Spécial und in der Kür als Titelverteidigerin beugen musste. Hier triumphierten Weihegold bzw. Showtime.

Isabell Werth grinst breit, dabei hätte der 46-Jährigen in dieser Saison das Lachen vergehen müssen. Bella Rose, mit der sie 2014 Team-Weltmeisterin wurde, wurde nicht rechtzeitig fit, und dann verletzte sich obendrein auch noch Don Johnson. Doch da war Weihegold, die seit dreieinhalb Jahren bei Werth im Stall steht und von ihrer Bereiterin Beatrice Buchwald geritten wurde. Eigentlich hatte Werth die elfjährige Oldenburger Stute nur mal ausnahmsweise auf einem Turnier vorstellen wollen – doch dann gewann sie auf Anhieb. „Aber ich habe immer gesagt, dass sie ein Mannschaftspferd ist“, so die fünffache Olympiasiegerin, die mit dem dynamischen, ein Jahr jüngeren Emilio sogar noch ein zweites Eisen im Feuer hat. „Weihegold geht mit einer Leichtigkeit und Eleganz.“

Die Besitzer verzichteten auf einen Verkauf, auch dank Werths Sponsorin Madeleine Winter-Schulze – und Werth übernahm die Stute, gewann auf Anhieb mit ihr das Weltcup-Finale in Amsterdam. Und hat eine Hand schon am Rio-Ticket. „Es ist nicht vermessen zu sagen, dass die Aachen-Equipe auch nach Rio gehen wird – vorausgesetzt, die Pferde bleiben gesund“, darf Werth selbstbewusst sagen.

„Neues Spiel, neues Glück“

In Brasilien trifft man dann auf Team-Europameister Niederlande und Großbritannien um Top-Reiterin Charlotte Dujardin. „Neues Spiel, neues Glück, aber auch da werden wir um eine Teammedaille kämpfen.“

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