Aachen - Der Rasen ist „wie ein Teppich”

Der Rasen ist „wie ein Teppich”

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Die auf dem Rasen „rasen”: Rolf Zillekens (rechts) sorgt mit seinem Sohn Harald für ein gepflegtes Grün. Foto: Thomas Rubel

Aachen. Im vergangenen Jahr stand der Rasen des Springplatzes in der Kritik. Die Wurzeln hatten zu wenig Halt, die Springpferde rutschten an manchen Stellen. Mittels Sand war er in Form gebracht worden, doch nach dem Turnier war eine Generalüberholung fällig. Mit Blick auf das frische Grün erläutert Rolf Zillekens, Platzmeister des CHIO und „Greenkeeper”, im Gespräch mit Helga Raue, wie der „heilige Rasen” in der Soers hergerichtet wurde.

Haben Sie die Ursache für die Probleme gefunden?

Zillekens: Die kennen wir nicht genau. Allerdings hatten wir in den 90er Jahren Probleme aufgrund eines Insektenbefalls. Und diesmal war der Ablauf ähnlich.

Wie wurde der Boden nach dem Turnier bearbeitet?

Zillekens: Eine Spezialfirma hat den gesamten Boden einen Zentimeter tief abgeschält, ähnlich wie man einen Parkettboden abschleift. Die Tretschicht wurde neu aufgearbeitet und neuer Rasen mit extra angefertigter Spezialmischung eingesät.

Tretschicht - woraus besteht die?

Zillekens: Die Zusammensetzung ist unser Geheimnis. Aber sie besteht aus einem Lavateil, Sand, Torf und Substraten. Da kommen jahrelange Erfahrungswerte zusammen. Aber man sieht ja immer erst beim Turnier wie gut der Boden ist. Ich denke, er ist sehr gut geworden, bin aber gespannt, was die Reiter dazu sagen.

Wurde er noch nicht getestet?

Zillekens: Doch, natürlich mehrfach. Ludger Beerbaum hat ihn letzte Woche noch einmal mit seinem Pferd getestet und gesagt, er fühle sich an wie ein Teppich. Ich habe ein sehr gutes Gefühl.

Und wie wird er derzeit gepflegt?

Zillekens: Das Wetter ist tödlich, Temperaturen über 30 Grad sind ganz schlecht. Wir wässern ihn während des Turniers jede Nacht ab 2 Uhr, derzeit kommen 18 Liter auf einen Quadratmeter - und wir haben 19700 auf dem Springplatz davon. Das Beregnungsprogramm läuft knapp sieben Stunden, muss aber ständig kontrolliert werden. Und die anderen Abreite- und Vorbereitungsplätze müssen „von Hand” bewässert werden.

Und wie wird der Rasen geschnitten?

Zillekens: In den letzten drei Monaten haben wir ihn täglich gemäht, da er 17 bis 19 Millimeter pro Tag wächst. Um einen dicken, starken Rasen zu haben, muss er täglich geschnitten werden, denn alle Kraft, die ein Rasen ins Wachstum steckt, geht in der Wurzel verloren. In den übrigen Monaten wird je nach Temperatur seltener geschnitten, aber ich habe schon an einem 22. Dezember bei 17 Grad den Mäher angeschmissen.

Der Rasen ist aber nicht Ihr einziges „Steckenpferd”?

Zillekens: Neben der Instandhaltung des Geländes haben wir in den letzten Monaten neue Hindernisse für die Marathonstrecke der Vierspänner gebaut. Dabei handelt es sich um mobile, flexible Hindernisse, die man auf jedem Ort der Strecke aufbauen kann und bei einem Crash nachgeben, damit die Pferde sich nicht verletzen. Zudem wurde u.a. die Brücke am großen Teich komplett saniert. Sie hat eine Spannweite von 27 Metern, eine Durchfahrtshöhe von 3,30 Metern, ist oben sechs und unten 7,60 Meter breit.
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