Der CHIO steht für viele fest im Kalender

Von: Verena Richter
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Kleine Reiter, kleine Pferde: Beim Mini-Traber-Rennen zeigen junge Sportler, wie geschickt sie ihre Tiere führen können. Foto: Harald Krömer
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Kleine Streicheleinheit: Wer das Gelände am Soerser Sonntag betritt, wird von den Aachener Stadtreitern begrüßt. Foto: Harald Krömer
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Früh übt sich: Am Holzmodell testet die kleine Charlotte schon einmal, wie man ein Pferd striegelt. Foto: Harald Krömer
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Farbenfroher und fröhlicher Einstieg: Rund 6000 Zuschauer feiern den ökumenischen Gottesdienst im Dressurstadion. Foto: Harald Krömer
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Einblick ins Handwerk: Geigenbauerin Judith Huppertz zeigt, was in ihrem Beruf wichtig ist. Foto: Harald Krömer

Aachen. Ohne Zweifel nimmt der CHIO bei vielen Menschen in Aachen und der Region einen hohen Stellenwert ein, ob sie aber wirklich ihren Kalender danach ausrichten, wie Marcel Philipp vermutet, lässt sich sicher nicht so schnell nachprüfen.

Doch der Aachener Oberbürgermeister könnte mit seiner These Recht haben angesichts der vielen tausend Menschen, die am Soerser Sonntag, dem Tag der offenen Tür beim Weltfest des Pferdesports, auf das Turniergelände des Aachen-Laurensberger Rennvereins (ALRV) gekommen sind.

30.000 waren es, um genau zu sein, und etwa 6000 von ihnen waren bereits zum Start um 11.30 Uhr in das Dressurstadion gekommen, um dort gemeinsam den traditionellen ökumenischen Gottesdienst zu feiern. Gehalten wurde der Gottesdienst, der unter dem Motto „Halleluja – Frohe Botschaft für Alle“ stand, von Pfarrer Olaf Popien und Pfarrer Claus Wolf. Unterstützt von der Schaubildgruppe Lobberich unter der Leitung von Patricia Schürmann, Kerstin Brein und ihren Welsh-Ponies, den Aachener Stadtreitern sowie dem Mini-Traber-Team war der Gottesdienst ein farbenfroher und fröhlicher Einstieg in den Tag, wozu insbesondere auch die 265 Sängerinnen und Sänger der Gospel Academy Krefeld unter der Leitung von Angelika Rehaag stimmgewaltig beigetragen haben.

Show-Programm

Für die meisten der Besucher ging es nach dem Gottesdienst direkt zum Abreiteplatz Springen, auf dem das Show-Programm stattfand. Nach der Begrüßung von CHIO-Maskottchen und Publikumsliebling Karli, zeigte die Rassenparade die Vielfalt der Pferderassen. Vom kleinen, putzigen Shetlandpony bis hin zum robusten Haflinger war für jeden Pferdeliebhaber etwas dabei. Und davon drängten sich am Sonntag jede Menge an die Zäune und Buchenhecken des Abreiteplatzes. Teils in Viererreihen standen die Menschen dicht gedrängt dort, um einen Blick auf die Tiere zu erhaschen.

Auch die Mini-Traber, die während des Gottesdienstes eher noch gemütlich ihre Bahnen durch das Stadion gezogen hatten, sorgten für Begeisterung. Die Sulkys wurden von Kindern gesteuert und von kleinen Pferden gezogen, was natürlich sehr drollig aussah. Gleichzeitig waren die Zuschauer aber auch immens beeindruckt von der Schnelligkeit und Präzision, mit der die jungen Sportler ihre Tiere führten.

Frau-Antje-Holzpantinen

Wen es nicht zum Abreiteplatz verschlug, der erkundete die Zeltstadt, in der sich rund 200 internationale Aussteller präsentierten. Auch das Partnerland des diesjährigen CHIO war am Soerser Sonntag dort vertreten. Wer schon immer Frau-Antje-Holzpantinen erwerben wollte, wurde fündig, und auch Fans des niederländischen Königshauses kamen auf ihre Kosten. Im niederländischen Dorf der Zeltstadt war nämlich der Galalandauer ausgestellt, der 1998 Prinz Maurits und Prinzessin Marilène als Hochzeitskutsche gedient hat und bei vielen Staatsbesuchen zum Einsatz gekommen ist.

Dass unser Nachbarland in diesem Jahr nach 2002 erneut Partnerland des CHIO ist, freut besonders Frank Kemperman. Der Turnierdirektor ist selbst Niederländer und scherzte während eines Interviews auf der Bühne des Medienzentrums des Medienhauses Aachen: „Das ist logisch, die Niederlande sind das schönste Land der Welt.“ Und das schönste Land der Welt wollte in diesem Jahr unbedingt Partnerland werden, das habe gut gepasst.

Mit dem Soerser Sonntag war Frank Kemperman auch sehr zufrieden. „Ich freue mich, dass die Aachener das Konzept immer noch so gut annehmen und wieder so zahlreich hier her gekommen sind“, erklärte er. Das Wetter sei perfekt gewesen, nicht zu kalt und nicht zu heiß und die Vielfältigkeit zeige, dass das Turnier für jeden etwas bereithalte. „Ich hoffe, dass viele Besucher in der kommenden Woche wiederkommen, um sich einen Wettkampf anzusehen.“

Was es wirklich nur beim Soerser Sonntag zu sehen gibt, sind die Präsentationen der Handwerksbetriebe. Im Springstadion zeigen viele ihr Können. Am Sonntag konnten sich die männlichen Besucher unter anderem bei einem Barbier die Haare schneiden beziehungsweise das Gesicht rasieren lassen, was viele gleich ausnutzten. Beeindruckend war auch der Stand der Geigenbauwerkstatt Vitula. Dort gab Geigenbauerin Judith Huppertz einen Einblick in ihr Handwerk, was viele Besucher faszinierte.

Am Ende begeisterten aber natürlich immer wieder die Pferde die Zuschauer – ob klein oder groß, ob beim Show-Programm oder beim dritten Teil der Prüfung des Internationalen Turniers für traditionelle Anspannungen (CIAT). Dieses fand zum ersten Mal beim CHIO statt und lockte gleich zahllose Menschen zum Kutschenfahrplatz, die vielleicht jetzt schon wissen, dass sie sich für die Woche vom 13. bis zum 22. Juli 2018 nichts vornehmen dürfen, denn dann steht wieder der CHIO im Kalender.

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