Aachen - Das nächste große Ziel: Olympia 2012

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Das nächste große Ziel: Olympia 2012

Von: Ute Steinbusch
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Der Vorjahressieger in der Vie
Der Vorjahressieger in der Vielseitigkeit beim CHIO: Andrew Nicholson auf seinem Top-Pferd Nereo, dem elfjährigen Fuchswallach. Foto: imago/Rau

Aachen. Der deutsche Bundestrainer Hans Melzer hält ihn für den erfahrensten Geländereiter der Welt. Seit 1984 hat Andrew Nicholson alle schweren Prüfungen geritten, die der Vielseitigkeitssport zu bieten hat.

Dabei wollte Nicholson eigentlich Springreiter werden. Nach einer munteren Kindheit auf den heimischen Ponys brachte ihn aber sein Vater dazu, die Vielseitigkeit vorzuziehen. „Eventing ist in Neuseeland einfach populärer als Showjumping.”

Nicholson, der im vergangenen Jahr beim CHIO in Aachen die Vielseitigkeit gewann, seufzt beinahe, wenn er hört, dass seine deutschen Kollegen Dibowski und Jung mit zwei Pferden an den Start gehen. „Wenn ich das gedurft hätte, hätte ich es sicher auch gemacht.” Nicholson kehrte seiner Heimat in den 80er Jahren den Rücken und zog nach Großbritannien. „Als Top-Athlet muss man einfach nach Europa. Hier sind die großen Turniere und die guten Pferde.” Heute lebt er als Pferdetrainer in Wiltshire, reitet pro Tag locker zehn bis zwölf Pferde.

In der britischen Hügellandschaft hält er die Kondition seiner Pferde hoch. „Mein Office ist meine Arena”, erklärt er, und seine Augen leuchten. Er beschäftigt sich weniger mit der Ausbildung junger Pferde - das übernimmt sein Mitarbeiter -, sondern bringt die talentierten in den ganz großen Sport.

Sein Top-Pferd Nereo ist spanischer Abstammung. Ein Freund hat ihm den heute elfjährigen Fuchswallach angeboten. Nicholson war sofort überzeugt, und Deborah Sellar, Besitzerin seiner Pferde, machte alles klar. An Nereo hat ihn von Anfang an begeistert, dass er ein großartiges Bewegungspotenzial besitzt und gute Sprungkraft.

Andrew Nicholson wird im August 50, aber an ein Ende seiner reiterlichen Karriere ist überhaupt nicht zu denken. Nächstes sportliches Großziel sind die Olympischen Spiele 2012 in London. Nicholson hofft, dass dort auch die neuseeländische Mannschaft gut aussehen wird. Während seine Nation zwölf Jahre zuvor im Vielseitigkeitssport noch den Ton angab, schwächelten die Insulaner in der jüngeren Vergangenheit.

Tiefe im deutschen Team

Bestechend findet Andrew Nicholson die Form der deutschen Sportler. „Da ist so eine Tiefe im Team, das ist super. Auch wenn mal einer ausfällt, stehen so viele andere gute Kandidaten bereit.” Die Minuten vor seinem Geländestart verbringt Andrew Nicholson damit, den Course Revue passieren zu lassen. „Ich bin relaxt, aber fokussiert”, erklärt er. Kein Wunder, als erfahrenster Geländereiter der Welt.
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